Christoph Grupp · Les VERT-E-S
Bei diesem Vorstoss geht es darum, dass es in letzter Zeit immer mal wieder vorkam – ich fasse ein paar Jahreszeiträume ins Auge –, dass wir in unserem Drei-Seen-Land entweder zu viel oder zu wenig Wasser hatten. Beides stellt uns immer mehr vor grosse Probleme.
Deshalb haben wir zusammen mit Parlamentskolleginnen und -kollegen aus vier Kantonen rund um die drei Seen und um die Flüsse, die sie verbinden, also aus dem Freiburgischen, der Waadt, Neuenburg und Bern, den gleichen Vorstoss eingereicht. Es war nicht immer ganz genau die gleiche Form. Wir haben das aber in vier Parlamenten eingereicht, und dreimal wurde das bisher angenommen. Wir Berner kommen sessionsbedingt erst jetzt dazu. Ich bin eigentlich zuversichtlich, dass wir das auch hier durchbringen. (Der Präsident bittet um Ruhe im Saal. / Le président réclame le silence dans l’assemblée.)
Worum geht es? Es geht eben um Wasserregulierung, und zwar, dass man das zwischen den verschiedenen Kantonen gut koordiniert machen kann. Das heisst, dass man es regulieren kann, wenn zu viel Wasser kommt. Aber dass nicht einfach der, der zuoberst am Bachlauf oder am Flusslauf ist, alles herausnimmt, wenn es zu wenig Wasser hat – wofür auch immer, Trinkwasser, Landwirtschaftsbewässerung oder was –, und denen unten bleibt dann zu wenig übrig.
Die Hochwasserregulierung ist, glaube ich, im Moment so gut gelöst, wie das irgendwie möglich ist. Wir haben zwar immer noch Schadenfälle. Wir hatten in letzter Zeit grosse Hochwasser. Gerade vor zwei Wochen war die Region um den Bielersee herum wieder stark gefordert. Auch das Wasser aus dem Bielersee floss wegen den grossen Regenmengen plötzlich wieder in den Neuenburgersee zurück.
Aber es ist im Griff, und das dank einem Konkordat unter der Schirmherrschaft der Eidgenossenschaft, zu dem der Kanton Solothurn auch noch hinzukommen wird. Das klappt eigentlich sehr gut, oder sagen wir einfach so gut, wie uns die Natur die Chance lässt, so etwas zu regulieren. In diesem Zusammenhang möchte ich auch gerne einmal denen merci sagen, die da zuständig sind. Sie machen einen super Job.
Etwas schwieriger wird es wahrscheinlich, wenn es um Trockenheit geht. Wir waren jetzt noch nicht so gebeutelt. Aber wir sehen langsam, worauf das hinausläuft. Wir können zum Beispiel auch Richtung Bodensee schielen, wo immer mehr grosse Teile des Bodensees in trockenen Sommern trockenfallen, wo die Schifffahrt nicht mehr möglich ist, die Fischerei ist auch nicht mehr möglich. Ich weiss nicht, welche Regulierungsschritte es alles bräuchte. Aber auch der Bodensee ist natürlich sogar ein internationales Gewässer, bei dem es auch darum geht, wie man das regulieren kann, auch die Wasserentnahmen, die stellenweise stattfinden.
Um genau das geht es auch in unserem Vorstoss hier. Wie kann man das regulieren? Die Regierung sagt uns: «Wir sind dran, wir sind im Austausch». Aber dann sieht man gleich, wenn es um einzelne Bereiche geht, wie zum Beispiel gerade um die Wasserentnahme zur Bewässerung der Landwirtschaft im grossen Moos zwischen Bern und Freiburg, dass es dort Absprachen gibt. Aber darüber hinaus gibt es zum Teil noch zu wenig Kontakt und zu wenig Austausch. Genau das ist die Stossrichtung.
Die Regierung sagt sonst aber, im Allgemeinen hat man es im Griff. Ich möchte nur daran erinnern, dass ich im Jahr 2019 einen Vorstoss eingereicht habe, in dem es um die Klimaresilienz ging. Ich haben die Regierung auch gefragt, wie sich das mit künftigen Trockenheiten entwickeln wird. Damals hat die Regierung noch gesagt: Bei Gebäuden ist es im Moment noch nicht so ein Problem, aber wir haben das auf dem Radar, sollte funktionieren, aber im Strassenraum schätzen wir das Problem nicht als gross ein.
Wir sind vier Jahre später, zwei Hitzeperioden später, und ich frage Sie, wenn Sie durch Dörfer und Städte laufen in diesen Hitzesommern: Hatten Sie ein Problem oder nicht, als Sie durch die Dorfstrasse liefen oder dort gewohnt haben? Das nimmt auch zu, und das ist auch etwas, was erst jetzt kommt.
So sage ich, auch die Trockenheitsfragen, Streit und Konflikte um das Wasser werden sogar bei uns im Wasserschloss zunehmen. Davon bin ich überzeugt. Deshalb sind wir doch froh, wenn die Regierung sagt: Wir haben es weitgehend im Auge, aber wir werden es in die Wasserstrategie einfliessen lassen. Sie kommt leider erst im Jahr 2025 zu uns. (Der Präsident bittet den Redner, zum Schluss zu kommen. / Le président demande à l’orateur de conclure.) Aber immerhin, es wird in den Grossen Rat kommen.
Deshalb bin ich froh, wenn Sie diesem Postulat folgen und sagen: «Ja, nehmt das auf», sodass wir auch künftig gegen die Trockenheit und allenfalls Konflikte, die dazu entstehen, gewappnet sind. Danke für die Unterstützung dieses Postulats.