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Karin Fisli · SP

de
Grosser Rat (BE)3 jun 2026
Karin Fisli, Meikirch (SP), Mitmotionärin, Einzelsprecherin. In der Schweiz nimmt die Gewalt an Frauen massiv zu. Noch nie wurden so viele Frauen Opfer von häuslicher sexualisierter Gewalt wie aktuell. Im Jahr 2025 wurden mindestens 27 Frauen Opfer von Femiziden. Das ist die Konsequenz davon, dass Grenzüberschreitungen gegenüber Frauen systematisch ignoriert und heruntergespielt werden. Und die Dunkelziffer ist sicher noch massiv höher.

Die Motive dafür sind Macht, Kontrolle, Besitzansprüche oder einfach ganz generell Frauenhass. Oft ist eine Trennung der ausschlaggebende Grund, Frauen wollen ein selbstbestimmtes Leben führen, und ihre Partner oder Ex-Partner fühlen sich dadurch bedroht.

Im Internet bewegen sich Millionen von Männern und männlichen Jugendlichen, die Frauenhass normalisieren, Kontrolle über Frauen romantisieren, Gleichstellung als Bedrohung empfinden und sogar offen Femizid-Fantasien teilen.

In der Schweiz ist Femizid kein eigenständiger Straftatbestand. Meistens wird die Tat als Mord oder Totschlag verurteilt oder mit Familiendrama umschrieben. Das wollen wir ändern. Femizide sollen im Kanton Bern auch als Femizide benannt werden. In der Kriminalstatistik sollen sie zukünftig gesondert ausgewiesen werden.

Nur die Erfassung der Daten allein reicht noch nicht. Es braucht vor allem eines: Aufklärung und Prävention. Zudem muss der Opferschutz massiv gestärkt werden. Gewalt gegen Frauen und Mädchen darf keine Privatsache mehr sein. Diese Motion ist ein erster Schritt in diese Richtung.

Transcripción
tagblatt.gr.be.ch
Institución
Grosser Rat

Datos: OpenParlData · CC BY 4.0