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Manuela Kocher Hirt · SP

de
Grosser Rat (BE)14 mar 2023
Manuela Kocher Hirt, Worben (SP), Motionärin. Merci vielmals für das Warten. Werter Vizepräsident und werter Regierungsrat, liebe Kolleginnen und Kollegen. Meine Interessenbindung: immer noch Präsidentin des Berufsverbands der Pflegefachfrauen.

Ich habe mit Interesse die Antwort der Regierung gelesen, und ich danke für diese Beantwortung. Es freut mich, dass sie die Annahme unterstützt und eine Taskforce gründen will oder schon gegründet hat. Wir haben allerdings eine Differenz – eine Differenz bei der Abschreibung und somit auch bezüglich des Auftrags der Regierung.

Was sind die Ziele der Motion? Es braucht aus unserer Sicht eine kantonale Strategie, wie wir die Berufsverweildauer der Pflegenden nachhaltig verlängern können und wie diese von den Leistungserbringern auch umgesetzt werden kann, und das Erarbeiten von Massnahmen, die zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen führen, z. B. die Einhaltung gesetzlicher Pausen oder Ruhezeiten, damit die Arbeitenden gesund bleiben, oder eine verbindliche Dienstplanung, damit Familie und Beruf besser vereinbart werden können. Es muss ein Zielbild entstehen zum bedarfsgerechten Personaleinsatz in den verschiedenen Versorgungsbereichen.

Warum braucht es eine Taskforce mit diesen klaren Aufträgen? Wir bilden seit Jahren zu wenig Pflegende aus. Der Bedarf an guter Pflege steigt demografiebedingt. Wir haben es letzte Woche mehrmals gehört. Und wir verlieren zu viele Berufseinsteigerinnen nach kurzer Zeit. Im sogenannten Schockjahr, im ersten Jahr nach der Ausbildung, in dem man ins Berufsleben einsteigt, verlieren wir ganz viele Berufsleute. Es macht volkswirtschaftlich keinen Sinn, in die Ausbildungen zu investieren und die Personen anschliessend nicht mehr im Beruf halten zu können.

Die Regierung ist in der Verantwortung, für eine gute Gesundheitsversorgung zu sorgen, und sie ist verantwortlich, auch dem Fachkräftemangel zu begegnen. Dafür braucht es ein koordiniertes Vorgehen aller Akteuren, des Kantons, der Leistungserbringer, der Verbände, die ihr Expertenwissen einbringen können, und der Sozialpartner, die den direkten Draht zum Personal haben.

Mit der Taskforce soll ein partizipativer Dialog entstehen, der alle relevanten Akteure einbezieht, mit dem Handlungsfelder definiert werden, Massnahmen und die nötigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit diese umgesetzt werden können. Ergebnisse und Empfehlungen, wie wir sie aus der STRAIN-Studie kennen – dieses Papier soll kein Papiertiger bleiben, sondern soll seine Wirkung entfalten können. Unser Flaggschiff der Gesundheitsversorgung ist in Schieflage geraten. Der Outcome ist auf der Ebene der Versorgung, des Personals und der Finanzierbarkeit der Leistungen ungenügend. Es braucht jetzt alle, und wir müssen alle in die gleiche Richtung gehen, damit wir die Gesundheitsversorgung wieder ins Lot bringen können.

Eine funktionierende Gesundheitsversorgung ist nicht nur ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor, sondern auch volkswirtschaftlich relevant. Wenn wir Arbeitnehmer haben, die auf Operationen warten müssen, dann fehlen sie am Arbeitsplatz. Wenn wir junge Menschen haben, die psychisch krank werden, weil die Prävention fehlt, dann fehlen sie als Potenzial für zukünftige Fachkräfte. Das verursacht Kosten – Kosten, die vermieden werden könnten.

Ich bin jetzt gespannt auf die Diskussion und bitte Sie natürlich, diese Motion zu unterstützen und die Abschreibung zu bestreiten.

Transcripción
tagblatt.gr.be.ch
Institución
Grosser Rat

Datos: OpenParlData · CC BY 4.0