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Discurso

de
Grosser Rat (BE)11 jun 2024
Pierre Alain Schnegg, directeur de la DSSI. Erlauben Sie mir ein persönliches Statement: Seit nun 8 Jahren versucht meine Direktion, eine Lösung für das Spital Zweisimmen, die Gesundheitsversorgung im Simmental-Saanenland zu finden. Wir waren nun schon dreimal kurz vor dem Ziel. Ich habe mich persönlich stark dafür eingesetzt, dass in dieser Region eine vernünftige Versorgung inkl. gewisser stationärer Angebote, welche die Demografie der Region berücksichtigen, weiterbestehen kann. Und hier braucht es eine Erklärung.

Die Versorgungsprobleme wird es nicht bei den komplexen oder elektiven Eingriffe geben, sondern ganz besonders in Bezug darauf, was die ältere Bevölkerung vor Ort braucht; ich denke an die innere Medizin. Jetzt werden wir eine grosse Versorgungslücke haben, und diese älteren Personen sind nicht bereit, für solche Behandlungen nach Thun, Bern oder Interlaken zu fahren. Im Obersimmental und Saanenland ist die Versorgung schwierig, weil es keine zentrale Anlaufstelle gibt. Noch mehr als im Mittelland übernimmt ein Spital im Oberland auch eine Garantiefunktion für Hausärzte, Spitex, Heime und so weiter. Was das bedeutet, wird oft unterschätzt.

Was letzte Woche passiert ist, ist ein Tropfen zu viel. Verantwortungslose Personen, unterstützt durch Opportunisten, haben nun nicht nur einen Spitalstandort, sondern die Versorgung einer Region an die Wand gefahren und damit ihr Ziel erreicht.

Ich schaue ein wenig zurück: Vor 8 Jahren, als ich Gesundheitsdirektor wurde, habe ich das Projekt Spital Zweisimmen bereits in meinem Portfolio vorgefunden. Ich habe das heisse Eisen aus der Schublade genommen und angefangen, es zu schmieden. Ich selbst komme aus einer Randregion und weiss, wie wichtig es ist, eine stabile Grundversorgung zu haben. In vielen Bereichen ist das so, nicht nur im Gesundheitswesen. Wir wussten, dass das Projekt nicht allen gefällt, aber wir haben uns dafür eingesetzt. Für die Bevölkerung. Denn das ist unsere Aufgabe.

Die GSS AG hat lange gearbeitet und das Projekt mehrmals überarbeitet, und es hat es leider nicht durch zwei Abstimmungen geschafft. Wer an welcher Stelle dagegen oder dafür war, muss sich heute jede und jeder selbst fragen. Wer gejubelt hat oder betrübt war, als die Abstimmungen nicht durch kamen, wissen die Betroffenen am besten. Mit dem letzten Projekt hätten wir die Situation retten können. Ich sage: retten. Mir war klar: Wenn nicht sehr schnell etwas passiert, sind in Zweisimmen keine Mitarbeitenden mehr. Wir haben ein Projekt erarbeitet, das Perspektiven schenkte. Ohne Perspektiven werden Ärztinnen und Ärzte das Spital verlassen. Das Gesundheitspersonal wird sich nach anderen Stellen umschauen, und auch weitere Leistungserbringer werden vom Strudel hinuntergezogen. Das Ende ist somit seit letzter Woche vorgezeichnet.

Wie diese Probleme gelöst werden, weiss im Moment niemand. Wer hat dieses Mal geholfen, den Fallgraben zu schaufeln? Wem dient es, dass die Erde so schnell verbrannt wurde, dass kein Auffangnetz mehr gespannt werden konnte? Werte Grossrätinnen und Grossräte, Sie sehen mich empört und enttäuscht. Empört über das Verhalten von wenigen, die das Projekt schlussendlich doch gekillt haben, mit Argumenten, die ich nicht teile und die gar nicht wahr sind. Enttäuscht, dass es mir und meiner Direktion nicht gelungen ist, unser Versprechen an die Bevölkerung im Obersimmental-Saanenland für eine gute Grundversorgung einzulösen.

Wie geht es weiter? Ich befürchte stark, dass es im Spital Zweisimmen nun zu vielen Abgängen kommen wird – genau das, was wir verhindern wollten. Wie es weitergeht, wissen wir zurzeit noch nicht. Ich weiss nur: Die Leidtragenden sind die Bevölkerung und die treuen Mitarbeitenden, die sich für das Wohl der Bevölkerung einsetzen. Deshalb bin ich auch sehr traurig und verärgert. Es gibt in diesem Projekt auf jeden Fall keinen Gewinner. Alle haben verloren, ganz besonders die Bevölkerung und die Mitarbeitenden. Merci für Ihre Aufmerksamkeit.

Transcripción
tagblatt.gr.be.ch
Institución
Grosser Rat

Datos: OpenParlData · CC BY 4.0