Discurso

de
Grosser Rat (BE)7 mar 2024
Christoph Ammann, WEU-Direktor. Die Regierung beantragt Ihnen aus Überzeugung, dem Projekt und damit dem Rahmenkredit in der Grössenordnung von 3 Mio. Franken für das PRE «Produire et manger local» für die Region Grand Chasseral zuzustimmen. Sie haben gesehen, dass es hier – etwas salopp gesagt – um eine grosse Kiste geht. Es gibt 17 Teilprojekte, die auf ein Gesamtkonzept abgestimmt sind und die auch auf die Regionalentwicklung in dieser Region abgestimmt sind. Es handelt sich also um ein klassisches Strukturverbesserungsprojekt. Entsprechend sind die Massnahmen. Solche Projekte stützen sich auf das Landwirtschaftsgesetz (LwG), das vorsieht, dass man mit Beiträgen des Bundes und des Kantons eben so etwas unterstützen kann. Das Hauptziel ist, dass ein PRE Wertschöpfung in der Landwirtschaft schafft.

Solche PRE sollen eine regionale Entwicklung auslösen, wie ich gesagt habe, sie sollen eine positive Wirkung auf die Wertschöpfung in der Region haben. Die grosse Herausforderung, aber häufig auch die grosse Chance dieses Projekttyps ist, dass auch die Gemeinschaftlichkeit entwickelt wird, dass also die Akteurinnen und Akteure aus der Region miteinander ein Gesamtkonzept erstellen und die Ziele festlegen, die sie zusammen erreichen wollen. Damit werden eben auch die Massnahmen, die auf dem Weg zu diesem Ziel nötig sind, zusammen festgelegt.

Das Gesamtkonzept liegt vor, und darin sieht man, dass selbstverständlich ökonomische Zielsetzungen vorliegen, dass aber gleichzeitig auch ökologische und soziale Anliegen hineingepackt wurden. Unter anderem will das PRE eine «Locavore»-Kultur im Berner Jura schaffen und damit erreichen, dass die Konsumentinnen und Konsumenten, aber auch die Unternehmen und Institutionen der Region schauen, dass Lebensmittel aus der Region konsumiert werden. «Aus der Region» heisst eben, dass sie vor Ort produziert werden, dass auch die Veredelung, also die nächsten Schritte in der Wertschöpfungskette, lokal passiert.

Es ist ein klares Bekenntnis zur Regionalität, das in diesem Projekt enthalten ist. Damit ist auch klar, dass man die Wertschöpfung in dieser Region erzielen will, dass man kurze Transportwege will, oder anders gesagt, dass die langen eben entfallen, dass man saisonal arbeitet und dass man mit frischen Lebensmitteln arbeitet. Aus dieser Sicht wird bereits klar, dass schon durch die Art, wie dieses Projekt angelegt ist, durch diese Übungsanlage, ein wesentlicher Beitrag im Sinne des Klima- und Umweltschutzes geleistet wird.

In Übereinstimmung mit der Strategie des Kantons in diesem Bereich wollen die Projektträger darauf schauen, dass 20 bis 25 Prozent dieser Produkte mit einem Label ausgezeichnet sind, wie es im Antrag der FiKo als Beispiel aufgeführt ist. Damit berücksichtigt das Projekt die Auflagen des Antrags bereits in einem Sinn, der realistisch und verhältnismässig ist, wie dies Grossrätin von Wattenwyl schon gesagt hat. Es wäre nicht zweckdienlich, einen Bio-Standard oder vergleichbare Labels für alle Produkte zu verlangen. Damit würde man das Projekt – man kann sagen – überfordern oder einschränken. Es wäre zu befürchten, dass es eine kontraproduktive Entwicklung gäbe, und deshalb lehnt die Regierung diesen Antrag ab. Es braucht keine zusätzliche Einschränkung oder Präzisierung im Sinn des Antrags. Diese bringt aus Sicht der Regierung keinen Mehrwert.

Wenn der Antrag überwiesen wird, dann werden wir ihn so umsetzen, wie ich jetzt beschrieben habe. Das machen wir sowieso, denn das ist, wie ich gesagt habe, in der Übungsanlage enthalten. Man wird darauf achten, dass vor Ort produziert wird, dass ökologisch produziert wird und dass saisonal produziert wird.

In diesem Sinn bitte ich Sie, den Antrag abzulehnen, aber den Kredit zu unterstützen. Danke.

Transcripción
tagblatt.gr.be.ch
Institución
Grosser Rat

Datos: OpenParlData · CC BY 4.0