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Marieke Kruit · Sozialdemokratische Partei

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Stadtrat (BE)26 mar 2026Stadtpräsidentin

Marieke Kruit, Stadtpräsidentin: Sehr geehrte Frau Stadtratspräsidentin, geschätzte Mitglieder des Stadtrats, ganz herzlichen Dank für die wohlwollende Aufnahme dieses Geschäfts. Es ist sicher auch Jean-Daniel Gross und seinem Team zu verdanken, die sehr gute Arbeit geleistet haben. Seit 1983 gehört die Altstadt von Bern zum UNESCO-Weltkulturerbe, als eine der ersten Städte der Schweiz. Die Referentin hat das schon hervorragend ausgeführt. Danke, Corina Liebi.
Dieser Titel ist nicht nur eine Auszeichnung, sondern eben auch eine Verpflichtung. Die Anforderungen der UNESCO haben sich seither deutlich erhöht. Ein Managementplan ist heute zwingend notwendig, um den Schutz und die Entwicklung. einer Welterbestätte sicherzustellen.

Entsprechend wurde die Stadt Bern im nationalen Aktionsplan aufgefordert, ein solches Instrument zu erarbeiten. Doch dieser Plan ist weit mehr als eine formale Pflicht. Er ist eine grosse Chance. Er schafft eine klare Grundlage, wie wir unsere Altstadt künftig planen, nutzen und weiterentwickeln wollen, abgestützt auf gemeinsame Werte und eine fundierte Analyse des Stadtraums. Damit wird er zum zentralen Koordinations- und Qualitätssicherungsinstrument für alle Bau- und Planungsprozesse. Und das ist enorm wichtig.

Der Managementplan ist als Gesamtwerk in drei Teile gegliedert, es wurde schon erwähnt. Erstens der eigentliche Managementplan mit Zielen, Massnahmen und strategischen Grundlagen. Zweitens ein Handbuch mit konkreten Leitlinien für Planung und Bau. Eben ein praktisches Werkzeug für Fachleute. Und drittens das sogenannte Bernbuch, das die historische und städtebauliche Entwicklung unserer Altstadt umfassend beleuchtet.

Die Bedeutung dieses Instruments zeigt sich besonders im Alltag. Die Berner Altstadt ist nicht nur ein Denkmal, sondern ein lebendiger Raum, politisches Zentrum, Wohnort, Wirtschaftsstandort und touristischer Anziehungspunkt zugleich. Genau diese Vielfalt gilt es zu bewahren. Und gleichzeitig eben weiterzuentwickeln.

Der Managementplan hilft dabei konkret. Er stärkt das Bewusstsein für die Qualitäten der Altstadt, verbessert die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Bevölkerung. Und schafft klare Zuständigkeiten und Abläufe. Dadurch können Projekte effizienter umgesetzt und langwierige Verfahren vermieden werden. Gleichzeitig zeigt er Wege auf, wie aktuelle Herausforderungen gemeistert werden können, etwa eben in den Bereichen Klimaanpassung, Aufenthaltsqualität oder Energieeffizienz. Themen wie Hitzeminderung, Begrünung oder barrierefreie Gestaltung wurden bereits exemplarisch bearbeitet.

Besonders hervorzuheben ist der breite Einbezug aller relevanten Akteure. Verwaltung, Fachstellen, Interessensvertretungen und Bevölkerung wurden in einen partizipativen Prozess eingebunden. Diese Zusammenarbeit soll auch künftig weitergeführt werden. Rechtlich relevant ist: Teile des Managementplans und des Handbuches wurden vom Gemeinderat als verwaltungsanweisend verabschiedet. Damit erhält das Instrument verbindlichen Charakter für die Verwaltung. Der nächste Schritt ist jetzt eben die Prüfung durch den Bund und anschliessend die Einreichung bei der UNESCO im Jahr 2026. Ja, geschätzte Stadträtinnen und Stadträte, die Altstadt von Bern ist ein identitätsstiftender Ort für unsere Bevölkerung und ein Aushängeschild mit internationaler Strahlkraft. Mit dem vorliegenden Managementplan stellen wir sicher, dass dieses Erbe nicht nur geschützt, sondern auch verantwortungsvoll weiterentwickelt wird. Denkmalpflege muss ermöglichen, aber sie muss gleichzeitig bewahren. Dieser notwendige Spagat ist kein Widerspruch, sondern ein fortlaufender Aushandlungsprozess zwischen Schutz und Entwicklung, zwischen Vergangenheit und Zukunft. Nur wenn uns dieses Gleichgewicht gelingt, bleibt die Altstadt lebendig und authentisch zugleich.

Transcripción
bern.recapp.ch
Institución
Stadtrat

Datos: OpenParlData · CC BY 4.0