Sarah Noger-Engeler · GLP
Noger-Engeler-Häggenschwil (im Namen der GLP-Gruppe): Dem Antrag der SP-GRÜNE-GLP-Fraktion ist zuzustimmen.
Zurzeit mögen die in Frage kommenden Personen, die durch die Senkung der Altersobergrenze nicht mehr in den Genuss der Ausbildungsunterstützung kommen, gering sein. Aber es ist aus Sicht der Grünliberalen keineswegs sinnvoll, eine Umschulung nur bis zum 50. Altersjahr zu unterstützen. Die aktuellen Diskussionen gehen klar in die Richtung, das Rentenalter zu flexibilisieren oder sogar zu erhöhen. Eine 51-jährige Person hat damit noch wenigstens 14 Arbeitsjahre vor sich. Welches Signal senden wir diesen Menschen, wenn wir ihnen sagen: Für eine zusätzliche Qualifikation seid ihr schon zu alt. Auch wenn nur wenige Personen betroffen sein mögen, das Signal wäre grundlegend falsch. Wir brauchen mehr Weiterbildungschancen, nicht weniger – gerade für jene, die noch viele Jahre im Arbeitsmarkt stehen.
Gerade deshalb lohnt es sich, auch 50- bis 55-Jährige aktiv zu einer Umschulung zu motivieren, und zwar in jenen Bereichen, die in den nächsten Jahrzehnten unter massivem Druck stehen werden. Mit dem Eintritt der Babyboomer-Generation ins hohe Alter wächst der Bedarf an Pflegebetreuung und -unterstützung erheblich. Mehr Pflegefachpersonen, mehr Betreuungskapazitäten, mehr qualifizierte Fachkräfte in Gesundheits- und Sozialberufen – wer heute in diese Berufe einsteigt, arbeitet nicht in irgendeiner Branche, sondern in einem der zentralen Zukunftsfelder unserer alternden Gesellschaft.
Die Pflegeinitiative wurde deutlich angenommen: ein klarer Auftrag, die Versorgung langfristig zu sichern. Gleichzeitig zeigt die demografische Entwicklung unmissverständlich: Der Bedarf an qualifiziertem Pflegepersonal wird weiter steigen. Diese Realität ist nicht neu. Schon länger ist klar: Der Fachkräftemangel ist kein theoretisches Zukunftsszenario, sondern gelebter Alltag, gerade in der Betreuung älterer Menschen. Heute gilt das noch stärker als zum Zeitpunkt der Abstimmung. Eine Verschlechterung der Situation ist deshalb nicht angezeigt. Belassen wir die von uns beschlossenen Altersgrenzen und stehen wir zu unseren Massnahmen zur Umsetzung der Pflegeinitiative und zur Behebung des Fachpersonalmangels in der Pflege.