Tobias Vögeli · GLP
Ich beschränke mich auf Punkt 1; alles andere ist, glaube ich, breit ausgeführt worden. Denn krass ist ein Blick in die Zukunft: Ein Drittel – ein Drittel – aller Psychiaterinnen und Psychiater, die im Kanton Bern praktizieren, befinden sich aktuell im Pensionsalter. Das heisst, in naher Zukunft wird das ohnehin knappe Angebot weiter ausgedünnt werden, und es folgt kaum Nachwuchs.
Die Zeit zum Handeln ist darum jetzt, damit wir mehr Leute ausbilden können und das knappe Angebot nicht noch knapper machen. Das Problem ist allerdings – und das zeigt sich in der Antwort auf Ziff. 1 –, dass sich die Anstrengungen, die aktuell vom Regierungsrat löblicherweise bereits ergriffen worden sind, primär auf ärztliche Angebote beschränken.
Wir brauchen aber flächendeckend bessere Ausbildungsmöglichkeiten, also z. B. – das ist erwähnt worden – auch bei den Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Diese haben später im Gegensatz zu Psychiaterinnen und Psychiatern nicht einen sehr grossen Lohn und müssen obendrauf die ganzen Ausbildungskosten von mehreren 10’000 Franken selber zahlen. Dort ist noch nicht eingerechnet, dass sie 6 Jahre lang eine Lohneinbusse haben, weil sie diese Ausbildung berufsbegleitend machen müssen aufgrund des Systems.
Eine psychische Erkrankung braucht nicht immer eine ärztliche Unterstützung oder Behandlung. Das wäre auch aus Kostengründen nicht angezeigt. Wenn wir uns jetzt aber wirklich nur auf das Ärztliche beschränken und das Angebot dort ausbauen und den übrigen Teil vernachlässigen, haben wir einen negativen Effekt nicht nur in der Kostenstruktur für unseren Kanton Bern, sondern eben auch in der Versorgungssicherheit im Bereich der psychischen Gesundheit. Darum braucht es den Punkt 1, und darum wäre es auch ein Fehler, ihn abzuschreiben, trotz der bereits erfolgten und zum Teil sehr guten Massnahmen. Merci vielmals, wenn Sie uns da folgen.