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Simon Ryser · GLP

de
Grosser Rat (BE)11 mar 2024
Simon Ryser, Seftigen (GLP), Fraktionssprecher. Ich bin dankbar über die Arbeit, die in der Kommission geleistet wurde, und über den Kommissionsvorschlag, der eigentlich jetzt in den Gegenvorschlag II des Regierungsrates gemündet hat. Jetzt liegt eine Basis vor, die wir im Ratsplenum mit Anträgen verfeinern können. Dies werden wir in den kommenden Stunden auch in extremis tun. Die Diskussion und die Anhörungen in der Kommission waren dahingehend sehr hilfreich, als dass auch branchenexterne Personen über die Herausforderungen, Chancen, aber auch Grenzen aufgeklärt werden konnten, welche die Initiative bzw. die Solarenergie hat.

Und dazu komme ich jetzt nämlich gerade: In der jetzt kommenden Diskussion neigen wir dazu, die Vorlage nach den Zuständen 2024 zu beurteilen, und argumentieren so eigentlich neben den Möglichkeiten hindurch. Nur kurz drei Beispiele: Fachkräftemangel habe ich viel gehört. Ja, im Jahr 2024 haben wir einen Engpass bei den Installationsbetrieben; das ist so. Aber zum einen schiessen aktuell neue Firmen wie Pilze aus dem Boden – und ich gebe auch zu, als Nichtfachkundiger ist es manchmal schwierig, die giftigen zu finden –, und zum anderen läuft die Berufslehre «Solarteur/-in» an. Dieses Argument ist also mittelfristig vom Tisch.

Materialverfügbarkeit: In der Regel sind 08/15-Anlagen beim Distributor in der Schweiz am Lager. Es ist nämlich auch so, dass sich in den letzten acht Monaten die Modulpreise faktisch halbiert haben, und dies eben genau wegen den Überkapazitäten, die am Markt herrschen – also kann dieses Argument auch schon als ungültig erklärt werden. Wegen des Preiszerfalls auf den Modulen und den Speichern gilt dasselbe auch für das Thema der Wirtschaftlichkeit – ausser natürlich, Sie fabulieren irgendwie mit Zahlen von sechs Prozent interner Verzinsung, falls dies der Gradmesser wäre für die Wirtschaftlichkeit.

Jetzt zum grössten Thema, das ich immer wieder höre: Netzverstärkungen. Erstens, 80 Prozent der Anlagen stellen kein Problem dar. Wir sprechen vielleicht noch über 20 Prozent. Und zweitens gibt es bereits heute und vor allem in Zukunft kreative Lösungen, um die Netzrückwirkungen der Solaranlagen zu steuern oder sogar zu limitieren. Bereits heute werden nämlich Anlagen gebaut, die Netzrückspeisungen begrenzen bzw. die Spitzenproduktion wird von der Installation her selber bereits begrenzt. Es werden Anlagen mit 100 Prozent Kapazität gebaut. Die Netzrückspeisung wird auf 70 Prozent reduziert bzw. begrenzt, und es kostet Sie 2 bis 3 Prozent Jahrespotenzial oder Jahresertrag der Energie.

Eine BFE-Studie hat ergeben, dass noch die Hälfte der Netzausbauten notwendig wäre, wenn man auf 70 Prozent Netzrückspeisung begrenzt – also nur mit einer kleinen Tätigkeit. Und es ist einfach schon interessant, wenn in einem überbauten Gebiet mit engmaschigen Verteilnetzen und hunderten Verbrauchern das Netz ein Problem sein soll. Jede alpine Solaranlage braucht einen zusätzlichen Netzanschluss.

Jetzt komme ich zum springenden Punkt: Durch den Energietransport von zentralen Kraftwerkseinheiten hinunter zu den Verbrauchern fallen in der Schweiz jährlich 4 Terawattstunden Verluste an. Das sind 4 Mrd. Kilowattstunden, also der Stromverbrauch von 800’000 Personen im Jahr oder 22 Mrd. Kilometer elektrisch gefahren. Schon nur deshalb muss eigentlich unser Bestreben sein, lokal und dezentral zu produzieren, nämlich direkt beim Verbraucher selbst.

Letzte Woche haben wir einen Kredit von 3 Mio. Franken für «Produire et manger local» gesprochen. Aber hier setzen wir auf zentrale Kraftwerkseinheiten, weit weg vom Verbraucher, wobei dezentrale Produktionseinheiten die Resilienz des Netzes eigentlich noch stützen würden. Also, wenn nicht lokal auf jedem Dach mit Potenzial, wo dann? Oder anders gesagt: Aus dem Dorf, für das Dorf. Ich freue mich auf die Diskussion, die jetzt kommt. Merci.

Transcripción
tagblatt.gr.be.ch
Institución
Grosser Rat

Datos: OpenParlData · CC BY 4.0