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André Roggli · Die Mitte

de
Grosser Rat (BE)5 mar 2024
André Roggli, Rüschegg Heubach (Die Mitte), Mitmotionär, Fraktionssprecher. Am 12. Juni 2021 pöbelt und randaliert ein Mann bei der Heiliggeistkirche. Eine Gruppe von Journalistinnen und Journalisten beobachtet die darauffolgende Anhaltung und Festnahme dieser Person durch die Kantonspolizei. Wahrscheinlich beeinflusst durch den Fall George Floyd aus den USA, wittern sie einen vermeintlichen Skandal und kreieren ihre Story von Anfang an entsprechend. Mit diesen Bildern des Falls Floyd im Kopf und den Bildern, die sie in der Kamera haben, worauf sekundengenau die Zeit vermerkt ist, wann was passiert, ziehen sie den Skandal weiter. Andere Bilder, die zeigen, dass es mit dem Knie nicht so schlimm war wie auf dem Bild, das sie in der Zeitung präsentiert haben, werden nie veröffentlicht. Sie haben ganz präzis das Bild gewählt, das eine entsprechende Dynamik auslöst.

In diesem Fall: Nur 1 Minute und 13 Sekunden später war das Knie schon weg. Davon liest man nie irgendetwas. Ein renommierter Rechtsmediziner – wir haben es schon gehört – machte die Zeitung unmittelbar nach dem Erscheinen dieses Falls darauf aufmerksam, dass keine Gefahr bestand, dass dieser Fall nicht mit dem Fall Floyd vergleichbar ist. Sie haben nichts korrigiert. Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, eine Woche – eine Woche! – später haben sie in einer Randnotiz gesagt: «Ja, es war nicht ganz korrekt.» Eine Woche brauchte die Zeitung dafür, obschon sie es unmittelbar hatten.

Sie haben auch akzeptiert und der Tatsache freien Lauf gelassen, dass man in der Kommentarspalte schreiben konnte, dass der Polizist ein Mörder sei. Um das zu löschen, brauchten sie Monate. Heute ist es gelöscht, aber sie brauchten Monate, geschätzte Frauen und Männer, um diesen Teil löschen zu können. Die ungenügend verpixelten Aufnahmen haben dazu geführt, dass der Polizist, seine Familie, seine Kinder angegangen worden sind.

Unsere Aufgabe als Parlamentarierinnen und Parlamentarier ist auch, dass wir unsere Mitarbeitenden vor genau solchen Sachen schützen. Deshalb ist diese Motion wichtig und deshalb müssen wir diese Motion annehmen. All das liess das Medienhaus zu, obschon sie wussten, dass es nicht richtig war, was sie gemacht haben. Sie liessen es auch zu, dass die anderen Medien genügend Zeit hatten, darauf aufzuspringen, um den Skandal erweitern zu können.

Noch einmal: Wir von Die Mitte unterstützen die Motion vollumfänglich und wünschen, dass die Medien eine seriöse Berichterstattung machen. All jenen Journalistinnen und Journalisten, die das sachlich machen, die ihre Worte achtsam wählen: Merci vielmals für Ihre tägliche, harte Arbeit.

Transcripción
tagblatt.gr.be.ch
Institución
Grosser Rat

Datos: OpenParlData · CC BY 4.0