Nadja Günthör · SVP

de
Grosser Rat (BE)5 jun 2024
Nadja Günthör, Erlach (SVP), Motionärin. Die SBB plant, die Jurasüdfusslinie zwischen Ligerz und Twann bis zum Jahr 2029 zweigleisig auszubauen. Ziel der SBB ist, die Fahrplanstabilität zu erhöhen und einen Halbstundentakt im Regionalverkehr zu ermöglichen, ohne den Güterverkehr zu beeinträchtigen.

Die aktuelle Situation für die regionale Bevölkerung ist unbefriedigend. Die Antwort der Regierung tönt vernünftig, aber es gibt in der Bevölkerung Zweifel an der praktischen Umsetzung dieses Konzepts.

Nachdem ich diese Motion eingegeben hatte, haben sich Betroffene hinsichtlich dieses Projekts geäussert, und wir haben ein Gespräch mit dem Vorsteher des Amts für öffentlichen Verkehr und Verkehrskoordination gefordert. Diese Gespräche haben stattgefunden, und in diesen Gesprächen haben wir unsere Bedenken preisgegeben.

Trotz der Berücksichtigung vieler Aspekte wurden wichtige Details seitens Kanton übersehen. Das bedauern wir sehr. Die Hauptsorge betreffend enge Platzverhältnisse zwischen Twann und Ligerz wegen der SBB-Baustelle und dem Alltagsverkehr wird unterschätzt. Bedenken, ob die Busverbindung zwischen dem Plateau und Twann praktikabel ist, daran, dass diese Strasse durch die Twannbachschlucht eng und kurvig und im Winter mit Schnee problematisch sein kann, hat niemand gedacht.

Der Kanton hätte bessere Lösungen mit der Romandie und der SBB finden sollen. Jetzt müssen Massnahmen ergriffen werden, um die Nachteile für diese Region zu minimieren. Enttäuschend ist, dass die Regierung keine Notfallszenarien ausgearbeitet hat, und das kritisieren wir sehr stark. Diese Unklarheiten bestehen.

Was passiert, wenn das Konzept nicht funktioniert? Konkrete Massnahmen wurden keine genannt. Das Offenhalten des Bahnhofs Ligerz bis nach dem Bauprojekt hätte die Bevölkerung als einzige Möglichkeit gesehen, wenn das Konzept nicht funktioniert. Die Region inklusive Plateau de Diesse und Ligerz ist trotz ihrer geringen Grösse eine wichtige Verkehrsdrehscheibe an dieser Sprachgrenze des Kantons, wo Pendler, Touristen und Wanderer von Bedeutung sind.

Die einseitige Busersatzlösung nur Richtung Twann wird als ungenügend kritisiert. Die Gemeinden schlagen vor, die Buslinien auch nach La Neville zu führen, um wirtschaftlich den Tourismus und die Pendlerströme besser zu unterstützen und die Senioren nicht zu benachteiligen. Mit der Einführung des Fahrplans Romandie 2025 bringt das eine Verbesserung für die Romandie, aber eine Verschlechterung für unsere Region.

Das bedeutet leider auch die frühzeitige Schliessung des Bahnhofs Ligerz für fünf Jahre. Dies nur, um eine gute Anbindung in Biel zu gewährleisten und die Wartezeit für die Reisenden zu minimieren. Zusätzlich wird eine temporäre direkte Buslinie zwischen dem Plateau de Diesse und Twann ermöglicht, um die Erreichbarkeit zu verbessern.

Wir bestanden darauf, am 21. Mai eine Informationsveranstaltung für die Bevölkerung durchzuführen, an der Vertreter der Verkehrsbetriebe das ganze Konzept vorgestellt haben und diese Fragen beantwortet haben. Das war ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, und dieses Informationsbedürfnis der Bevölkerung durften wir erfüllen. Dafür bin ich sehr dankbar.

Die gut besuchte Veranstaltung verlief angespannt. Die Bewohner des Plateau de Diesse und von Ligerz waren mit dem Konzept unzufrieden. Obwohl einige Fragen geklärt wurden, bleiben viele unbeantwortet. Die Gründe für die Opferung von Ligerz – der neue nationale Fahrplan mit der Romandie – sind nun für die Bevölkerung klar. Das vorgeschlagene Konzept wird als unzureichend angeschaut.

Trotz Bemühungen um Lösungen sind die Ergebnisse seitens des Kantons minimal. Die Gemeinden stehen mit dem kantonalen Provisorium, das, Verzögerung nicht mit eingerechnet, für rund fünf Jahre geplant ist, über einen längeren Zeitraum vor erheblichen Verlusten. Der Kanton hat das Versprechen gebrochen, denn der Bahnhof Ligerz schliesst viel früher, und zwar nicht in fünf Jahren, sondern Ende Dezember. Einen Plan B haben sie auch nicht. Also fordere ich die Regierung auf, zu handeln.

Meine Stellungnahme ist: Ich habe die Ziff. 1 und 2 zurückgezogen. Bei Ziff. 3 halte ich an der Motion fest und fordere, dass die Richtung von Ligerz nach La Neuveville gewährleistet wird, während dem Projekt und auch nach dem Projekt. Die Ziff. 4 und 5 nehme ich so an wie die Regierung.

Ich danke für Ihre Unterstützung und hoffe auf Ihre Unterstützung. Merci vielmals.

Transcripción
tagblatt.gr.be.ch
Institución
Grosser Rat

Datos: OpenParlData · CC BY 4.0