Antwort vom 02. Oktober 2026
zu Frage 1:
Die Ergebnisse von «Check dein Wissen» zeigen, dass die Erstsprache ein bedeutender und konstanter Einflussfaktor auf die Leistungsentwicklung ist. Schülerinnen und Schüler mit Deutsch als Erstsprache erzielen in allen Schulstufen und in nahezu allen Kompetenzbereichen bessere Ergebnisse. Auffällig ist, dass die Unterschiede mit zunehmender Schulstufe grösser werden.
zu Frage 2:
Die Ergebnisse sprechen nicht für kurzfristige Einzelmassnahmen, sondern für eine systematische Weiterentwicklung bestehender Ansätze, insbesondere im Bereich Unterrichts- und Schulentwicklung. Im Zentrum konkreter Massnahmen muss vor allem die Stärkung der sprachlichen Bildung als Querschnittsaufgabe aller Fachbereiche sowie die konsequente Förderung sprachlicher Kompetenzen stehen. Regelmässig werden bereits bestehende Förder- und Entwicklungsmassnahmen überprüft, um erfolgreiche Ansätze gezielt auszubauen und weniger wirksame Massnahmen weiterzuentwickeln. Ein Prozess wurde bereits ausgearbeitet und soll demnächst den Schulleitungen vorgestellt werden. Ebenso wird geprüft, ob für die Schulen digitale Plattformen als ergänzende Massnahme zur Verfügung gestellt werden können, welche den Lehrpersonen vertiefte, diagnostische Informationen zu den Kompetenzen ihrer Schülerinnen und Schüler liefern und dadurch die gezielte Planung von Unterricht, Förderung und individuellen Lernprozessen unterstützen würden.
zu Frage 3:
In den vergangenen zehn Schuljahren blieb der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit nichtdeutscher Erstsprache im Kindergarten weitgehend stabil (24.8 % auf 23.8 %). In der Primarschule stieg er von 21.4 % auf 27.5 %, in der Oberschule von 43.5 % auf 44.8 %, in der Realschule von 17.3 % auf 22.3 % und im Gymnasium von 10.3 % auf 14.1 %. Insgesamt beträgt der Anteil im Schuljahr 2026/2027 25.8 %.
zu Frage 4:
Die Zahl der Schülerinnen und Schüler in Deutsch-als-Zweitsprache- und dementsprechenden Intensivkursen entwickelte sich in den letzten Jahren schwankend. Während zwischen dem Schuljahr 2017/2018 und dem Schuljahr 2020/2021 meist Werte zwischen 6 und 26 Teilnehmenden verzeichnet wurden, kam es im Schuljahr 2021/2022 mit 73 Teilnehmenden zu einem markanten Anstieg. In den Folgejahren ging die Anzahl der Teilnehmenden wieder zurück und lag zwischen 29 und 47 Schülerinnen und Schülern. Im Schuljahr 2026/2027 besuchen 35 Schülerinnen und Schüler die entsprechenden Förderangebote.
zu Frage 5:
Die 2024 durchgeführte Evaluation der frühen Sprachförderung bestätigt positive Wirkungen auf den Spracherwerb, die soziale Integration und die Entwicklung der Kinder. Als Voraussetzung für den Erfolg der Angebote ist deren regelmässige Nutzung. Da die Teilnahme freiwillig ist, besteht derzeit keine Möglichkeit, betroffene Kinder verbindlich zu erreichen.