Eingereichter Text
Seit Jahren beteuern beide Staaten immer wieder, wie wichtig der Ausbau der Gäubahn von Zürich nach Stuttgart sei. Gemäss dem Staatsvertrag sollte diese Strecke einmal mit 2 1/4 Stunden Fahrzeit erreicht werden. Mittlerweile sind wir weit davon entfernt. Massive Verspätungen, schlechtes und unzuverlässiges Wagenmaterial, allenfalls Umsteigen während dem Bau Stuttgart 21 haben dazu geführt, dass diese Strecke immer weniger eine Bahnstrecke wird. Dies ist konträr zu der heute immer wieder geäusserten Willen, Nahverkehrststrecken so auszubauen, dass die zu Alternativen zum Fliegen oder dem Auto werden. Leider fehlen die Taten dazu. So hat zum Beispiel Deutschland die Gäubahn kürzlich nicht mehr in die Liste von zu realisierenden Verkehrsprojekten aufgenommen. Trotzdem wird auf Schweizer Seite behauptet, man sei in Gesprächen mit Deutschland. Solche Antworten hören wir schon seit Jahren.
Es stellen sich daher folgende Fragen:
1. Erachtet der Bundesrat die geplante und vereinbarte Fahrtzeitverkürzung zwischen Zürich und Stuttgart noch als umsetzbar? Wenn ja, wie? Wenn nein, warum?
2. Welche Alternativen könnte man in Betracht ziehen, damit diese Strecke endlich die entsprechende Qualität, Verlässlichkeit und Regelmässigkeit erfährt?
3. Wie kann sichergestellt werden, dass diese Strecke während dem Bau Stuttgart 21, nicht komplett unattraktiv wird?
4. Wäre es möglich und sinnvoll, wenn unter der Leitung des BAV ein alternatives Angebotskonzept mit Einbezug von Baden-Württemberg erarbeitet würde?
5. Die SBB verkündete am 12. Juni 2020, dass sie das Berner Oberland besser mit Deutschland anbinden werde. Warum setzt sich die, teilweise vom Staat finanzierte, SBB nicht im gleichen Ausmass für die Strecke Zürich Stuttgart ein?