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Sarah Gabi Schönenberger · SP

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Grosser Rat (BE)06.03.2025
Sarah Gabi Schönenberger, Schwarzenburg (SP), Mitmotionärin, Fraktionssprecherin. Immerhin: Die Regierung ist zumindest bereit, diesen Vorstoss in Postulatsform zu unterstützen. Seien wir aber ein bisschen mutiger als die Regierung, gehen wir diesen Schritt konsequenter und überweisen den Vorstoss in Motionsform. Wenn der Bund diesen Schritt auch macht, ist dies die ideale Situation. Das stimmt. Wenn der Kanton versucht, via Postulat etwas zu bewegen, dann – seien wir ehrlich – bleibt einfach alles beim Alten: Wir bleiben beim Status quo.

Sie haben es gehört: Die Kantone Jura, Wallis, Basel-Stadt haben gewisse Schritte bereits gemacht. Der Kanton Bern kann das auch. Die SP-JUSO-Fraktion begrüsst den Vorstoss, unterstützt ihn vollumfänglich und einstimmig in Motionsform – dies aus gesundheitspolitischen wie auch umweltpolitischen Gründen.

Elektrische Einwegzigaretten, Puffs, sind in der Schweiz 2020 auf den Markt gekommen. Wir haben gehört, dass sie in Geschäften, aber auch online verkauft werden dürfen. Sie landen v. a. massenhaft im Abfall, weil sie eben nur einmal verwendet werden können und nicht wiederbefüllbar sind.

Puffs schaden aber auch der Gesundheit erheblich. Kinder und Jugendliche sind zu wenig geschützt. Gerade auch in ländlichen Regionen sieht man an den Bahnhöfen bspw. auch bereits 12-jährige Kids mit Puffs herumhängen. Meine eigenen Kinder haben mich schon auf diesen Umstand angesprochen, dass sie ihre jungen Schulfreunde rauchen sehen, beispielsweise eben am Bahnhof.

E-Zigaretten sind bei Jugendlichen leider sehr beliebt. Sie sind bunt anzuschauen. Es gibt sie in jeglichen Geschmacksrichtungen, und anstelle von stinkendem Rauch kommen so feine, fruchtig-süsse Dampfwölklein heraus. Sie sind trendig, kommen harmlos daher und werden aufgrund dessen auch als weniger schädlich eingeschätzt. Aber – wir haben das ja schon gehört – sie enthalten zahlreiche chemische Stoffe. Die Harmlosigkeit trügt somit, weil sie eben viele schädliche Chemikalien enthalten. Das ist heimtückisch. Es treibt die ganz Jungen schon in die Nikotinabhängigkeit. Damit ist quasi der Einstieg in eine sehr hartnäckige Sucht gemacht, von der man oft leider kaum mehr wegkommt.

By the way, dieser Umstand ist zudem auch wieder ein Gesundheitskostentreiber. Rechtlich gesehen dürfen ja zwar nur Volljährige E-Zigaretten kaufen und Zugang dazu erhalten, aber die Realität sieht anders aus. Die Untersuchung der Unisanté in Lausanne zeigt und bestätigt, dass sie auch bei ganz jungen Jugendlichen sehr beliebt sind und eben auch verwendet werden. Dem müssen wir jetzt einen Riegel schieben.

Der Kanton Bern beteiligt sich übrigens erfreulicherweise seit dem Jahr 2022 am kantonalen Tabak- und Nikotin-Präventionsprogramm des Tabakpräventionsfonds. Dabei setzt er betreffend Gesundheitsförderung und Prävention einen Schwerpunkt auf die Tabakprävention. Das hier ist auch eine Möglichkeit, dies mehr umzusetzen. Das Programm schliesst jegliche Art von Tabak- und Nikotinprodukten mit ein und versucht eben auch auf Trends wie Vaping usw. zu reagieren.

Die Nikotinprävention ist für die Zielgruppen Kinder und Jugendliche und ihre Bezugspersonen im Kanton Bern zentral. Sie verfolgt drei Ziele: Umsetzung gesetzlicher Grundlagen des Jugendschutzes, Verhinderung des Einstiegs und Förderung des Ausstiegs aus dem Konsum bei Kindern und Jugendlichen, vollumfänglicher Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Passivrauch. Es wäre übrigens noch schön, wenn dies bei den Berner Spielplätzen auch einmal funktionieren würde. Vielleicht können Sie sich an den überwiesenen Vorstoss erinnern.

Zurück zu den E-Zigaretten: Das Verkaufsverbot von Puffs im Kanton Bern ist zielführend und leistet immerhin bezüglich der Puffs einen Beitrag zur Nikotinprävention, insbesondere bei der Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen. Deshalb: Gehen wir den Schritt jetzt und nehmen wir hier und jetzt den Vorstoss in Motionsform an. Merci vielmals.

Wortprotokoll
tagblatt.gr.be.ch
Institution
Grosser Rat

Daten: OpenParlData · CC BY 4.0