Christine Gerber · SVP
Jetzt verlangen die Motionäre, dass der Kanton auf den nächstmöglichen Zeitpunkt sämtliche Zahlungen an die römisch-katholische Kirche sistiert. Weiter sollen keine neuen Leistungsverträge abgeschlossen oder verlängert werden, bis ein umfassendes Konzept vorliegt, damit mögliche Übergriffe innerhalb der katholischen Kirche transparent aufgearbeitet und auch in Zukunft verhindert werden können.
Bei diesem immensen Leid, das die betroffenen Personen erleben mussten, müsste man beim ersten Gedanken eigentlich konsequent sein und Zahlungen sistieren, so wie es die Motionäre fordern. Beim zweiten Hinschauen würden jedoch auch alle anderen bestraft, die so viele gute gesellschaftliche Aufgaben übernehmen, sei es mit Fahrdiensten oder Ausflügen. Auch leisten die Kirchen einen grossen Beitrag bei der Unterstützung von geflüchteten Menschen. Solche und weitere Angebote könnten nicht mehr vollumfänglich aufrechterhalten bleiben, wenn die finanzielle Unterstützung ausbleiben würde.
Wir haben es in der Fraktion eingehend diskutiert und haben eben auch zu bedenken gegeben, dass dann auch an anderen Orten, wo öffentliche Gelder hinfliessen und wo es zu Übergriffen käme, Zahlungen gestrichen werden sollten. Aber ja, das ist jetzt nicht gerade das Thema im Moment, das weiss ich. Wir sind froh, wenn die Präventionsmassnahmen beschlossen und auch angeschaut werden.
Unsere Fraktion hat auch ein bisschen kontrovers diskutiert. Diese Motion wird aber doch grossmehrheitlich abgelehnt, es wird aber auch Enthaltungen und ein paar Ja-Stimmen geben. Ein Postulat würde wahrscheinlich mehr Ja-Stimmen erhalten.