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Valentina Achermann · SP

de
Grosser Rat (BE)03.06.2026
Valentina Achermann, Bern (SP), Einzelsprecherin. Ja, jetzt verstehe ich es besser. Merci vielmals für die Erklärungen. Ich verstehe besser, was Sie gemeint haben. Aber inhaltlich verstehe ich es immer noch nicht. Denn es hat jetzt geheissen, nicht alle von Ihnen können die Motion annehmen, weil in der Begründung steht, dass der Grund patriarchale Gewalt ist. Okay, das müssen wir vielleicht noch aufklären. Niemand von uns hat das Gefühl, dass patriarchale Gewalt nur in der Schweiz passiert. Es ist ein grosses Problem auf der ganzen Welt. Wir haben nicht nur in der Schweiz Hierarchien zwischen den Geschlechtern, sondern wir haben sie auf der ganzen Welt.

Wenn wir von Zahlen sprechen – die Zahlen betreffend den Ausländerinnen-/Ausländeranteil kenne ich nicht genau –, dann müssen wir auch bei den Fakten bleiben. Mein Vorredner hat gerade gesagt: Es geht nicht nur um Männer. Doch! 90 Prozent der Täter sind Männer. Also müssen wir doch dort ansetzen, wo das Problem ist. Diesbezüglich sind wir uns ja einig.

Aber was mir nicht ganz klar ist: Wenn wir ausgewiesen haben, woher die Tatpersonen kommen, was machen wir dann damit? Was sagt uns das über die Tat aus? Was sagt es uns über den Feminizid aus? Was sagt es uns über das Opfer aus, ob sie Schweizerin ist oder keinen Schweizer Pass hat, ob die Tatperson einen Schweizer Pass hat oder nicht? Ist es dann schlimmer? Oder ist es weniger schlimm? Was ist genau die Relevanz?

Das verstehe ich wirklich nicht ganz, und ich möchte Sie bitten: Bitte machen Sie aus einem solchen Thema, bei dem wir einen so grossen Konsens haben, und zwar, dass man Frauen nicht ermorden soll, weil sie Frauen sind, bitte machen Sie nicht ein Ausländerthema daraus, wenn es einfach nichts zu dieser Lösung beiträgt. Das ist nur schädlich für unsere gemeinsame Sache.

Wortprotokoll
tagblatt.gr.be.ch
Institution
Grosser Rat

Daten: OpenParlData · CC BY 4.0