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Samuel Kullmann · EDU

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Grosser Rat (BE)06.12.2023
Samuel Kullmann, Thun (EDU), Mitmotionär, Fraktionssprecher. Der Körper eines Jugendlichen setzt sich aus etwa 20 Millionen Zellen zusammen. In jedem Zellkern sind normalerweise 22 Chromosomenpaare vorhanden – zusätzlich zwei X-Chromosomen oder die Kombination XY. Diese Chromosomen sind unveränderbar.

Pubertätsblocker, Hormonbehandlungen oder Operationen zur Geschlechtsumwandlung tragen weitreichende Folgen mit sich und stellen einen extremen Eingriff in die Natur dar. Ein in der Regel perfekt funktionierender und wunderbarer Körper eines Jugendlichen wird künstlich stark verändert. Ich habe mir die Information des John-Hopkins-Hospitals zu Phalloplastik, Vaginoplastik und Mastektomie durchgelesen, und mir die entsprechenden Fotos von Operationen angeschaut. Googlen Sie einmal diese Begriffe; einfach, damit wir alle hier wissen, worüber wir abstimmen.

Diese Operationen sind sehr riskant. Die Gesamtrate an Komplikationen liegt bei 33 Prozent. Es gibt keine klinischen Langzeitstudien über die langfristigen Auswirkungen von Pubertätsblockern auf Kinder und Jugendliche. Wenn sich ein Jugendlicher auf eine Geschlechtsumwandlung einlässt, bedeutet das ... (Der Präsident bittet um Ruhe im Saal. / Le président réclame le silence dans l’assemblée.) ... das bedeutet Unfruchtbarkeit für den Rest des Lebens. Kinder und Jugendliche können die Folgen eines solchen Entscheids für sich noch nicht abschätzen. Eigentlich ist das Hirn erst mit 25 Jahren voll ausgebildet, um solche lebenslangen Folgen adäquat abschätzen zu können. Aus diesem Grund kennen wir auch vernünftige Altersgrenzen in Bereichen wie Verkehr, Alkohol und Sexualität.

Wie wir wissen, leiden aktuell viele Jugendliche an psychischen Problemen. Besonders Mädchen erleben in der Pubertät Gefühle von zum Teil sehr starker Ablehnung ihres eigenen Körpers. Viele Jugendliche, die sich in ihrem Körper unwohl fühlen, leiden unter Problemen von komorbiden psychischen Gesundheits- und neurologischen Entwicklungsstörungen. Durch neue Medien wie TikTok werden Jugendliche schnell einmal mit der Idee konfrontiert, dass sie im falschen Körper geboren sein könnten. Dazu kommt, dass es in manchen Peer-Gruppen besonders in ist, trans zu sein. Der Weg zur Geschlechtsumwandlung erscheint als Lösung für sämtliche Probleme. Die Gefahren davon werden je nach Umfeld ausgeblendet.

Doch es gibt Alternativen: Watchful-Waiting-Therapien, die darin bestehen, einem Kind einen psychotherapeutischen Rahmen zu bieten, der hilft, die Ursachen der Beschwerde zu entdecken. Der Ansatz berücksichtigt auch die Tatsache, dass sich etwa 80 Prozent der Kinder mit Geschlechtsdysphorie nach der Pubertät mit ihrem biologischen Geschlecht versöhnen.

Die renommierten Ärzte Dr. Haller und Dr. Halperin haben die wissenschaftliche Literatur analysiert und zusammengefasst: Sie empfehlen, dass man aufhören sollte, den Zugang zu medizinischen oder chirurgischen Eingriffen bei jungen Menschen zu fördern und dies nur im Zusammenhang mit ethisch ordnungsgemäss validierten klinischen Studien in Betracht zu ziehen. Sie empfehlen auch, zur weisen Haltung «primum non nocere» zurückzukehren, indem man ein vorsichtigeres und geduldiges Vorgehen fördert, das sich für die in dieser Bevölkerungsgruppe so häufige Komorbidität interessiert und die Ursprünge der Geschlechtsdysphorie durch ein aufmerksames, empathisches Zuhören erforscht, das offen ist für eine Zeit des Reifens.

Ich komme bald zum Schluss. Als EDU-Fraktion anerkennen wir, dass es im Durchschnitt biologisch bedingte Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Gleichzeitig ist es sehr wichtig, dass Schule und Gesellschaft den Jugendlichen keine Geschlechtsstereotypen aufdrücken. Lassen wir keine riskanten Experimente bei Jugendlichen zu. Merci, wenn Sie dieser Motion zustimmen.

Wortprotokoll
tagblatt.gr.be.ch
Institution
Grosser Rat

Daten: OpenParlData · CC BY 4.0