Alfons Bichsel · Die Mitte
Als Jäger haben Sie heute einfach ein Problem. Sie müssen sich – und dies ist das Zentrale daran – heute als Jäger permanent entschuldigen, dass sie anscheinend permanent besoffen unterwegs sind. Das tut mir einfach furchtbar leid. Es gibt wohl tatsächlich aus der Vergangenheit gewisse Themen, die nicht so gut gelaufen sind. Aber, und dies ist die Ausgangssituation: Der Jäger ist sich seiner Verantwortung heute zu 100 Prozent bewusst. Er hegt und pflegt.
Ich sage Ihnen eines: Gehen Sie einmal ins Berner Oberland und gehen Sie vielleicht einmal mit einem Berner Jäger mit und schauen Sie einmal in seinen Rucksack, was er unterwegs alles dabei hat, was er braucht, um seiner Jagd nachgehen zu können. Er ist definitiv nicht gefüllt mit Bier und Wein, dieser Rucksack. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund. Er ist so weit in den Bergen oben, dass er den Rückweg, wenn er dann gejagt hat, mit seinem Wild sicherstellen können muss. Dann ist der Alkohol, wenn er ihn dann eben mitnimmt, tatsächlich nicht dienlich. In den Gebieten, in denen er unterwegs ist, ist er für sich selber auch ein Risiko, wenn er alkoholisiert unterwegs ist.
Um den Kanton Zürich mit den Massnahmen zu zitieren, die er definiert hat, ausgesprochen von jemandem, der tatsächlich in diesem Gebiet unterwegs ist – sorry, tut mir furchtbar leid –: bringt unter dem Strich nichts.