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Melanie Gasser · GLP

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Grosser Rat (BE)02.06.2026
Melanie Gasser, Ostermundigen (GLP), Mitmotionärin, Fraktionssprecherin. Ich komme ein drittes Mal zum Thema Grundversorgung nach vorne, und ich wiederhole es ein drittes Mal: Wir stehen in der Grundversorgung ein bisschen mit dem Rücken zur Wand, und das heisst, wir müssen schauen, dass wir eine sehr hohe Effizienz in der Grundversorgung erreichen, nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern einfach auch, weil wir die Fachkräfte gut einteilen müssen, damit sie so viel wie möglich leisten können in Anbetracht der grossen Patientenmenge, die sie betreuen müssen.

Wir haben es von Katja gehört: Nebst der Ärzteschaft spielen eben auch die Apothekerinnen und Apotheker eine wichtige Rolle in der Grundversorgung, und sie werden wahrscheinlich künftig eine noch wichtigere Rolle übernehmen, wenn man überlegt, welche Aufgaben vielleicht durch die Apotheken erledigt werden könnten, um z. B. die Hausärzteschaft zu entlasten. Die Zusammenarbeit zwischen den Apotheken und der Ärzteschaft birgt also erhebliches Potenzial.

Die Schnittstelle zwischen diesen verschiedenen Berufsgruppen birgt aber auch erhebliches Konfliktpotenzial, wie wir in den letzten Jahren hier im Grossen Rat zur Kenntnis nehmen mussten. Sie wissen, wir haben diverse Motionen zum Thema Selbstdispensation hier in diesem Saal diskutiert, und wir haben gemerkt, dass die Fronten relativ verhärtet sind. Es wurden dann auch die runden Tische einberufen, die Peter Gerber heute schon erwähnt hat.

Aus Sicht der Motionäre ist es erheblich, dass wir es schaffen, die Schnittstelle zwischen diesen Berufsgruppen künftig zu einer Nahtstelle zu machen. Ein weitgehendes Verständnis für den Alltag, für den Berufsalltag, die Herausforderungen, die Aufgaben der jeweiligen anderen Berufsgruppe scheint zentral, damit wir diese Annäherung erreichen können. Je früher dieses Verständnis entsteht, also im besten Fall schon während der Ausbildung, desto vielversprechender ist es wahrscheinlich, dass sich dieses Verständnis auch in der künftigen Zusammenarbeit, in der künftigen Arbeit dieser Berufsgruppen manifestieren kann.

Ja, ich als Motionärin finde, man könnte auch an einer Motion festhalten. Ich verstehe aber auch meine Fraktion, die sagt, ihr wäre eigentlich ein Postulat lieber. Die GLP findet grundsätzlich das vorgeschlagene Modell der Motionäre sehr geeignet. Sie sieht aber auch, dass bereits diverse Bestrebungen zur Vernetzung im Gang sind. Das zeigt einerseits die Antwort des Regierungsrates, aber auch die Stellungnahme des Vereins Berner Haus- und Kinderärzt:innen (VBHK) zum Geschäft.

Die GLP-Fraktion ist zum Schluss gekommen, dass sie dem Regierungsrat einen gewissen Handlungsspielraum belassen möchte. Wir sehen – und da schliesse ich mich jetzt auch wieder mit ein – insbesondere die Fachverbände der beiden Berufsgruppen in der Pflicht, sich zusammenzuraufen und die Initiative für solche Programme selbst zu ergreifen. Die Selbstdispensation ist ein Diskussionspunkt, aber wir laden Sie, die Fachverbände, ausdrücklich dazu ein, auch wieder andere wichtige Faktoren der Zusammenarbeit in den Fokus Ihrer Diskussionen zu rücken. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Ärzteschaft und Apothekerschaft ... (Die Präsidentin bittet die Rednerin, zum Schluss zu kommen. / La présidente demande à l’oratrice de conclure.) ... ist im Interesse aller Beteiligten, zur Entlastung aller Beteiligten in ihrer alltäglichen Arbeit, aber eben auch im Interesse aller Patientinnen und Patienten ... (Die Präsidentin schaltet das Mikrofon aus. / La présidente coupe le micro.)

Wortprotokoll
tagblatt.gr.be.ch
Institution
Grosser Rat

Daten: OpenParlData · CC BY 4.0