Katja Streiff · EVP
Gerade im Kontext der gesteigerten Komplexität der chronischen Erkrankungen und des Fachkräftemangels ist klar, dass kein Berufsstand diese Herausforderungen allein lösen kann. Kooperation ist wichtig für die Qualität und auch für die Patientensicherheit. Die EVP-Fraktion sieht darin auch eine Frage der Kultur im Gesundheitswesen: weg vom Nebeneinander, hin zum Miteinander, nicht durch Zwang, sondern durch gegenseitiges Verständnis und auch Vertrauen. Der Regierungsrat teilt ja diese Ziele grundsätzlich und unterstützt die Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen ausdrücklich. Gleichzeitig weist er aber auch zu Recht darauf hin, dass es bereits verschiedene Initiativen gibt. Das ist positiv und zeigt auch, dass das Thema angekommen ist. Auch laufen bereits Gespräche im Rahmen der früheren Vorstösse, die die Zusammenarbeit zwischen der Ärzteschaft und der Apothekerschaft weiter stärken sollen.
Deshalb empfiehlt ja der Regierungsrat auch, die Motion als Postulat anzunehmen. Die EVP-Fraktion kann diese Einschätzung gut nachvollziehen. Die bestehenden Aktivitäten sind wichtig und wertvoll, und sie zeigen, dass der Kanton bereits engagiert unterwegs ist. Gleichzeitig ist es richtig, die bestehenden Ansätze weiter zu prüfen und auch weiterzuentwickeln, insbesondere mit Blick auf den ambulanten Alltag und mögliche zusätzliche Kooperationsformen. Für die EVP ist entscheidend, dass die interprofessionelle Zusammenarbeit nicht nur auf strategischer Ebene gefördert wird, sondern auch konkret im Berufsalltag Wirkung entfaltet, im Sinne einer besseren Koordination, von mehr Qualität und eben mehr Patientensicherheit. Aus den genannten Gründen bevorzugt die EVP-Fraktion, diesen Vorstoss als Postulat zu überweisen, wir werden aber die Motion selbst nicht ablehnen.