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Natalie Bertsch · Grünliberale

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Stadtrat (BE)12.02.2026Mitglied

Natalie Bertsch (GLP) für die Fraktion: Unsere Fraktion hat den Monitoring-Report mit viel Interesse zur Kenntnis genommen. Vielleicht nehmen wir das heute für selbstverständlich, aber die Unterstützung von Gutscheinen hat effektiv geholfen, genügend Kitaplätze in der Stadt Bern zu schaffen. Gleichzeitig zeigt der Bericht, dass die Kürzung der Gutscheinsbeiträge sowie die Erhöhung der Kita-Tarife zu einer Reduktion der Nachfrage nach Betreuungspensen geführt haben. Gutscheine und insbesondere deren Höhe bleiben wichtig für die Nachfrage.

Das Monitoring zeigt aber auch, dass die Volatilität in der Nachfrage nach externer Kinderbetreuung bestehen bleibt und deshalb auch schwierig planbar ist. Nur wenn externe Kinderbetreuung bezahlbar und von guter Qualität ist, können Familien wirklich frei entscheiden, wie sie Erwerbs- und Betreuungsarbeit aufteilen wollen. Zudem zeigt der Bericht auch Interessantes. Die meisten Eltern geben ihren Kitas gute bis sehr gute Noten. Dies sowohl für städtische als auch für private Kitas. Das ist jetzt mal sehr positiv. Wir würden es deshalb auch begrüssen, den Aussagen der Eltern Glauben zu schenken und die Qualität von privaten zu städtischen Kitas im Rat etwas weniger polemisch zu diskutieren. Besorgniserregend finden wir, dass viele Familien die Kitakosten als finanziell sehr belastend empfinden und dass diese Belastung zugenommen hat. Dies soll der Gemeinderat ernst nehmen.

Uns ist auch aufgefallen, dass bei steigenden Einkommen die Betreuungspensen abnehmen. In zukünftigen Berichten wäre es spannend zu erfahren, ob Eltern grundsätzlich mit den gewählten Pensen zufrieden sind, ob sie gerne mehr oder weniger Betreuung wünschen und welche Gründe – finanzielle oder andere – dahinterstecken. Wie will der Gemeinderat mit dem Rückgang der Nachfrage nach Kitaplätzen umgehen? In der Einordnung des Antrags vermissen wir zudem die Erwähnung des strukturellen Defizits von 11 Mio. Franken in der Spezialfinanzierung der städtischen Kitas. Wir hätten hier erwartet, dass der Gemeinderat die Empfehlungen aus dem FIKO-Bericht zum Defizit aufnimmt. Vor allem die klare Empfehlung, den Stadtrat künftig aktiver zu informieren. Welche Schlussfolgerung zieht der Gemeinderat aus den finanziellen Belastungen für die Eltern? Wir hoffen, dass die Antwort zu diesen Fragen in die dringend benötigte Kita-Strategie der Stadt Bern einfliessen.

Wortprotokoll
bern.recapp.ch
Institution
Stadtrat

Daten: OpenParlData · CC BY 4.0