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Christian C. Moesch · FDP

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Grosser Rat (BS)26.06.2025

Christian C. Moesch (FDP): Gerne berichte ich Ihnen namens der Gesundheits- und Sozialkommission zum vorliegenden Projekt Kantonales Aktionsprogramm gegen Einsamkeit bei jungen Erwachsenen für die Jahre 2025 bis 2028. Die Kommission hat den Ausgabenbericht für das Pilotprojekt an der Sitzung vom 20. März behandelt. An der Beratung teilgenommen haben der Vorsteher des Gesundheitsdepartements sowie der Kantonsarzt und der stellvertretende Leiter der Abteilung Prävention.

Zur Ausgangslage: Das vorliegende Pilotprojekt erfolgt im Rahmen der kantonalen Aktionsprogramme KAP, die zusammen mit der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz durchgeführt werden. Die GFCH, also die Gesundheitsförderung Schweiz, will nach Aufforderung durch die Kantone für die Jahre 2025 bis 2028 Erfahrungen sammeln als Grundlage zu einem Entscheid, die Zielgruppe der jungen Erwachsenen ab 2029 fest in die KAP zu integrieren. Die WHO geht davon aus, dass Einsamkeit dem Menschen physisch und psychisch Schaden und die Lebenserwartung verkürzen kann. In der Schweiz fühlt sich rund jede vierte Person zwischen 25 und 39 Jahren manchmal oder oft einsam. Das nun konkret vorliegende Pilotprojekt setzt sich zum Ziel, dass sich junge Erwachsene im Kanton Basel-Stadt weniger einsam fühlen und Sozialanschluss erhalten.

Die Massnahmen des Pilotprogramms, dessen Projektkosten für den Kanton mit 47’000 Franken pro Jahr budgetiert sind, verteilen sich auf die vier bekannten Ebenen Intervention, Policy-Vorgaben, Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit. Im Zusammenspiel der verschiedenen Massnahmen soll ein Netzwerk gegen Einsamkeit erstellt werden, in welchem alle Anspruchsgruppen vertreten sind, das heisst bestehende Akteure von Projekten gegen Einsamkeit, Mittler, Vertreter der Zielgruppe, junge Erwachsene sowie kantonale Stellen. In Zusammenarbeit mit diesen Gruppen sollen Interventionsmöglichkeiten gegen Einsamkeit bei jungen Erwachsenen, Weiterbildungsmöglichkeiten für Mittler zum Thema Risikofaktoren für Einsamkeit erkennen handeln, so wie eine Kampagne gegen Einsamkeit entwickelt werden. Zudem sollen Angebote für soziale Teilhabe auf einer Plattform beworben werden.

Die Gesamtkosten betragen jährlich 142’000 Franken, insgesamt 571’000 für die Laufzeit von 2025 bis 2028. Ich weise gerne auch daraufhin, dass die finanzielle Belastung des Kantons wesentlich geringer ist. Sie beläuft sich insgesamt auf 171’000 Franken beziehungsweise wie eben erwähnt jährlich auf knapp 43’000 Franken.

Zur Kommissionsberatung: Die Gesundheits- und Sozialkommission unterstützt die Vorlage und zeigt sich erfreut, dass das Pilotprojekt der Stadt Basel im Rahmen eines Wettbewerbs von Gesundheitsförderung Schweiz ausgewählt wurde. Das Projekt erscheint ihr wichtig, da es ein drängendes Problem betrifft. Die besonders vulnerable Gruppe der von Vereinsamung betroffenen jungen Erwachsenen muss gezielt erreicht werden. Den kantonalen Beitrag von 30 Prozent erachtet die GSK jedoch tendenziell eher als gering. Ein Anteil von 50 Prozent wäre durchaus angemessen gewesen. Dabei wird festgestellt, dass das Programm noch begrenzt ist und die Zielsetzung nicht vollständig ausgereift scheint. Der Pilot umfasst bislang nur eine konkrete Intervention. Weitere Massnahmen betreffen hauptsächlich Vernetzung und Informationsarbeit.

Diese Einschränkungen sind dem Charakter des Projektes geschuldet. Es handelt sich, wie erwähnt, um ein vierjähriges Pilot und Strategieprojekt, bei dem die Gesundheitsförderung Schweiz den Rahmen vorgibt, in welchem sich Basel-Stadt dabei vorderhand bewegen darf. Zwar könnte der Kanton mehr tun, doch das Projekt entspricht den Vorgaben der Ausschreibung und wurde entsprechend ausgewählt. Eine Erhöhung des kantonalen Beitrags wird derzeit nicht in Erwägung gezogen. Sollte sich das Projekt bewähren, bleibt ein Ausbau jedoch möglich.

In der aktuellen Phase sind intensive Informations- und Vernetzungsmassnahmen gerechtfertigt. Positiv hervorzuheben ist, dass die Projektleitung aktiv den Austausch mit Praxis und Forschung sucht, um das Vorhaben langfristig zu fundieren. Die Gruppe der Verein sagten jungen Erwachsenen muss gezielt angesprochen werden, auch wenn klar ist, dass nicht alle Subgruppen erreicht werden können. Die Auswahl des Fokus erfolgt in Zusammenarbeit mit Forschung und Praxis.

Die GSK weist auf eine Lücke zwischen dem Programm Catching Fire (bis 20 Jahre) und der neuen Zielgruppe ab 25 Jahre hin. Das Departement bestätigt, dass auch Personen zwischen 20 und 25 Jahren künftig einbezogen werden sollen. Einsamkeit wird als gesamtgesellschaftliches Thema verstanden, weshalb die strategische Führung bei der Kantons- und Stadtentwicklung liegt. Diese koordiniert die beteiligten Stellen, etwa die Abteilung Prävention des GD, RAV, Sportamt und Sozialhilfe. Das Departement hat diese Aufgabenverteilung ausdrücklich begrüsst, da sie Klarheit schafft, Überschneidungen vermeidet und der Präventionsabteilung erlaubt, sich auf junge Erwachsene zu konzentrieren.

Die GSK hat die Rolle der oben erwähnten unbezahlten Mittler eingehend diskutiert. Diese sind ohne Frage wichtig, um den Kontakt zu Betroffenen herzustellen und ihnen die für ihr Problem zuständigen Stellen bekannt zu machen. Mittler sind nicht im therapeutischen Bereich tätige Person, sondern kommen mit den jungen Erwachsenen in ihrem sonstigen beruflichen Alltag, zum Beispiel in einer Apotheke, in Kontakt. Sie können Betroffene aktiv ansprechen, müssen aber dazu auch entsprechend geschult werden, beispielsweise mittel Sensibilisierungsausbildung.

Die GSK sieht hier ein Problem. Einerseits soll eine qualifizierte Aufgabe übernommen werden, die eine Weiterbildung verlangt, die dann andererseits aber in keiner Weise vergütet wird. Die Mittlerarbeit bedeutet jedoch sowohl Zeit als auch Aufwand. Die damit verbundenen finanziellen Auslagen am Arbeitsplatz fallen ins Gewicht. Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass aufgrund solcher Hürden künftig unbezahlte Tätigkeiten abnehmen oder nicht mehr vermittelbar werden. Das Departement hat erklärt, dass es diese Bedenken der GSK in die weitere Projektentwicklung tragen wird.

Gestützt auf diese Ausführungen beantragt Ihnen die Gesundheits- und Sozialkommission einstimmig die Zustimmung zur vorliegenden Beschlussvorlage.

Wortprotokoll
bs.recapp.ch
Institution
Grosser Rat

Daten: OpenParlData · CC BY 4.0