Erol Ademi
Grossrat Erol Ademi,
Grossrat Erol Ademi, Oberegg, führt aus, dass Digitalisierung und künstliche Intelligenz nicht als eigenständiges Handlungsfeld verankert werden, obschon sie als Megatrends in der Langzeitperspektive 2040 ausdrücklich gewürdigt werden. Dies beinhaltet die Gefahr, dass man eine Chance in einem dynamischen Umfeld verpasst, was unter anderem auch die Eintrittsrede, Finanz und Budgetdiskussion der heutigen Session markant aufzeigt. Man erlebt einen fundamentalen Paradigmenwechsel: Digitalisierung und KI sind nicht mehr bloss Werkzeuge zur Optimierung bestehender Prozesse, sondern verändern die Grundstruktur von Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft. In der Mittelfristplanung 2026 – 2029 fehlt dazu jede operative Umsetzung: kein eigenständiges Handlungsfeld, keine Strategien, keine Massnahmen, keine Federführung. Diese Diskrepanz muss geschlossen werden. Der Querschnittscharakter der Digitalisierung – sie durchzieht alle vier Handlungsfelder – macht eine eigenständige strategische Verankerung unverzichtbar. Ohne zentrale IT-Governance entstehen fragmentierte Initiativen, die Ressourcen verschwenden und Kompatibilität gefährden. Koordinierte Digitalisierung mit klaren Zielen und Governance ist daher Voraussetzung für den Erfolg aller vier Handlungsfelder. Ein Kanton, der Digitalisierung defensiv behandelt, signalisiert Fachkräften und Investoren keinen Innovationswillen. Gerade im Arbeitsmarkt ist eine explizite, ressortierend verankerte IT-Strategie ein entscheidender Wettbewerbsfaktor und demonstriert echtes Engagement. Kritische Infrastrukturen sind ohne robuste Cybersecurity und IT-Resilienz unhaltbar geworden. Eine fragmentierte IT-Landschaft erhöht diese Risiken exponentiell. Resilienz ist strukturelle Notwendigkeit, nicht Option. Eine Digitalisierungsstrategie schafft gezielt Synergien: Telemedizin und elektronische Patientendossiers in der Gesundheit, intelligente Quartierplanung im Wohnbereich, Upskilling-Programme im Arbeitsmarkt, IoT-gestützte Klimaüberwachung in der Umwelt. Diese Synergien bleiben ohne strategische Verankerung unrealisiert. Dieses Votum ist als Inspiration gedacht und soll bei der nächsten Anpassung der Strategie und Perspektiven der Standeskommission berücksichtigt werden. Der Kanton trägt Verantwortung, nicht nur für sich selbst, sondern auch als Vorbild und Bindeglied zu den Bezirken. Eine klare kantonale Digitalisierungsstrategie schafft die Grundlagen für eine kohärente, wirkungsvolle digitale Transformation in ganz Appenzell I.Rh. und sichert dem Kanton und seinen Bezirken die Handlungsfähigkeit in einer zunehmend digitalisierten Welt.