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Rede

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Grosser Rat (BE)14.03.2023
Ursula Zybach, Spiez (SP), Fraktionssprecherin. Meine Interessenbindung: Ich bin Präsidentin des Spitex-Verbands des Kantons Bern, und in dieser Funktion bin ich auch dabei gewesen im Krisenstab der Leistungserbringer zu Covid-19. Diesen Krisenstab hat man vor quasi zwei Jahren gegründet und hat sich im Schnitt wöchentlich ausgetauscht. Ein Krisenstab, der zusammengesetzt ist aus verschiedensten Organisationen eben der Leistungserbringer, die wissen mussten: Wie gehen wir um mit allen diesen Fragestellungen? Und Sie können sich vorstellen: Innerhalb dieser zwei Jahre hat man einen sehr guten Austausch miteinander gefunden: effizient, klar unterwegs.

Der Krisenstab wird meistes vom Regierungsrat geleitet, und ich finde die Resultate, die wir während Covid hingebracht haben, sehr gut. Er hat den Anstoss gegeben, dass man einen solchen Runden Tisch machen könnte, weil man eben eine Krise hat und weil man handeln muss. Das hat man gemacht, und ich bin froh, wenn der Regierungsrat nachher kurz noch ein paar Sachen dazu sagen kann, was für Resultate man erzielt hat.

Diese Motion hier will aber eigentlich drei klare Sachen. Sie will eine kantonale Strategie, sie will Massnahmen und sie will ein Zielbild, das definiert werden soll. Mir scheint, das, was wir am Runden Tisch machen, entspricht nicht ganz dem, sondern es geht hier weiter. Eine Strategie ist noch ein grösserer Teil als das, woran wir im Moment sind, und deshalb ist die SP-JUSO-Fraktion auch der Meinung, dass man wirklich dieser Motion zustimmen kann und sie auch nicht ablehnen soll.

Die Antwort der Regierung ist recht knapp ausgefallen, und wenn Sie schauen, sehen Sie, dass man eigentlich auch wieder hier den Ball den Arbeitgebern zuspielt. Ich finde das eine der grossen Problematiken, und hier wieder mein Hut als Spitex-Präsidentin: Wir haben einerseits eine Finanzierung über die Krankenversicherung, nachher über die Beiträge, die die einzelnen Patientinnen und Patienten zahlen, und dann die Restkostenfinanzierung des Kantons Bern.

Wenn diese so ist, wie sie ist, dann kann man so arbeiten, wie man jetzt arbeitet. Wenn man aber sagt, eigentlich müssten diese mehr machen, attraktive Arbeitsbedingungen, mehr Weiterbildungen machen können, alle diese Erfahrungen aus der STRAIN-Studie umsetzen, dann müsste man vielleicht dort an diesen Restkosten noch schrauben. Und das sind Sachen, die hier, sage ich einmal, relativ salopp angegangen worden sind. Und ich denke, im Rahmen einer solchen Motions-Umsetzung könnte man das noch klarer anschauen.

Und deshalb empfehle ich Ihnen im Namen der SP-JUSO-Fraktion: Nehmen Sie diese Motion an, sodass man eine Strategie machen kann, Massnahmen erarbeiten kann, ein Zielbild definieren kann, damit man noch weiter gehen kann als dieser Runde Tisch oder ihn ergänzen kann. Ich sage jetzt: Hier geht es auch um Papiertigersachen. Man sollte es wirklich auch einmal durchdenken von dieser Seite her. Und schreiben Sie ihn auch nicht ab, denn wir haben wirklich eine Krise. Wir haben wirklich Probleme. Und was ich hier unbedingt auch sagen möchte: Es ist ein cooler Beruf, wenn man in der Pflege tätig ist. Merci all denjenigen, die das tagtäglich machen, die mit wenigen Kolleginnen und Kollegen ihren Beruf immer noch schätzen, lieben und für uns alle da sind.

Wortprotokoll
tagblatt.gr.be.ch
Institution
Grosser Rat

Daten: OpenParlData · CC BY 4.0