Peter Salzmann · SVP
Die Zuckerrübe ist eine wertvolle Ackerkultur. Sie ist in tiefgründigen, mittelschweren und schweren Böden eine ausgezeichnete Kultur, um im Ackerbaugebiet die Vielfalt der Kulturen zu sichern. Positive Begleiterscheinungen des Zuckerrübenanbaus innerhalb der Fruchtfolge sind, aufgrund tiefer Verwurzelungen und langer Beschattungen, eine gute Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit sowie eine weitgehende Stickstoffentleerung unserer Böden. Verbleibt das Rübenblatt nach der Ernte im Boden, ergibt das zusätzlich einen positiven Effekt als organischer Dünger. In der Fruchtfolge ist die Zuckerrübe die bestimmte Fruchtart und ein tragendes Glied für nachfolgendes Getreide.
Schweizer Zucker ist ökologisch und nachhaltig. Die Rübe bindet das Kohlendioxid aus der Luft, wandelt es mit Hilfe von Sonnenenergie in Zucker und setzt Sauerstoff frei. Obwohl sie kaum ein halbes Jahr im Boden wächst, liefert die Rübe auf einer Fläche von rund einer Hektare so viel Sauerstoff, wie hundert Menschen für ein ganzes Jahr zum Atmen brauchen. Das sind bis zu 150’000 Liter Sauerstoff pro Tag. Somit leistet sie einen positiven Beitrag an den Klimaschutz. Insgesamt produziert die Zuckerrübe im Jahr mehr als dreimal so viel Sauerstoff wie die gleiche Fläche Wald.
Die Zuckerrübe zeichnet zudem aus, dass sie im Vergleich mit anderen Kulturpflanzen am wenigsten Wasser verbraucht. Die Schweizer Zucker AG verbreitet als einzelnes Unternehmen in der Schweiz Zuckerrüben. Seit Jahren arbeitet die Schweizer Zucker AG mit grossem Erfolg an der Erhöhung der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit der Schweizer Zuckerrübenproduktion. Schweizer Zucker weist eine um 30 Prozent bessere Ökobilanz als EU-Zucker aus, wie eine Studie aus dem Jahr 2017 belegt. Also, die Zuckerrübe ist ökologisch, und sie ist eine wichtige Ackerkultur.
Ohne Grenzschutz wird die Zuckerrübenproduktion in der Schweiz verschwinden. Die EU hat im Jahr 2017 die Produktionsquoten für Zucker abgeschafft. In der Folge stieg natürlich das Angebot, und der Zuckerrübenpreis in der Schweiz sank. Das hat natürlich dazu geführt, dass es einen drastischen Rückgang der ganzen Anbaubereitschaft gab. Dafür hat der Bundesrat temporäre Folgemassnahmen getroffen. Das eidgenössische Parlament hat ins Jahr 2026 einen Beitrag zugesichert. Ohne langfristige Unterstützung würde die Zuckerrübenproduktion weiter sinken, und die Zuckerrübenfabriken Frauenfeld und Aarberg wären in ihrer Existenz gefährdet. Ja, sie würden sicher geschlossen. Bei einer Aufgabe der Zuckerrübenproduktion muss Zucker importiert werden, und wie ich schon gesagt habe, wäre das rund 30 Prozent weniger nachhaltig als Schweizer Zucker.
Wie relevant der Anbau im Kanton Bern ist, zeigt auch, dass 1000 Betriebe rund 3400 Hektaren Zuckerrüben anbauen und das Werk in Aarberg im Kanton Bern rund 200 Mitarbeiter beschäftigt. Die Rübenpflanzer, aber auch die Zuckerrübenfabriken, benötigen für den Fortbestand der Schweizer Produktion Planungssicherheit und Investitionssicherheit. Deshalb muss im Landwirtschaftsgesetz auch nach dem Jahr 2026 mindestens der heutige Selbstversorgungsgrad garantiert sowie mit Forschung die ökologische und soziale Nachhaltigkeit gefördert werden. Aus diesen Gründen beantrage ich Ihnen allen, die Standesinitiative zu unterstützen. Merci.