Katharina Baumann · EDU
Kennen Sie die Geschichte der Frau, der üble Nachrede angelastet wird? Auf den Kirchenturm soll sie steigen und einen Korb voller schwarzen Federn von dort oben herunterstreuen. «Dann gehe hin und sammle all diese Federn wieder ein» – ihr Auftrag.
Getrieben vom vermeintlichen Skandal hat die Redaktion von «Der Bund» und der «Berner Zeitung» (BZ) den Vorfall vor der Heiliggeistkirche mit dem amerikanischen Fall verglichen, der dort die weltweite «Black Lives Matter»-Bewegung initiiert hat und gross für Polizeigewalt und Rassismus steht. Polizeigewalt und Rassismus, beides ist zutiefst verabscheuenswert und zu verurteilen; wenn es denn auch so passiert ist. Die Redaktion ignorierte entsprechende Tatsachen und hielt am Vergleich fest. Ihr Wissen, dass die Fixation im Berner Fall deutlich zu kurz war, um gefährlich zu sein hat, gab die Redaktion nicht an die Öffentlichkeit weiter. Das führte dazu, dass die beteiligten Polizisten auf heftigste Art und Weise von einer breiten Öffentlichkeit vorverurteilt und sogar als Mörder verunglimpft wurden.
Wider besseres Wissen so negativ prägend zu handeln, ist nicht nur unfair, nein, es ist schlicht falsch ... (Der Präsident unterbricht die Sprecherin und fragt, ob sie auch als Fraktionssprecherin spreche. / Le président interrompt l’oratrice et lui demande si elle s’exprime aussi en tant que porte-parole du groupe) Nein. (Der Präsident erklärt, dass die Zeit langsam ablaufe. / Le président explique que le temps de parole touche gentiment à sa fin.) ... und hat nichts mit fundiertem Journalismus zu tun. Kurz: Die schwarzen Federn wurden in alle Richtung gestreut. Für uns Motionäre ist klar: Dieser Fall wurde nicht richtig gemäss Journalistenkodex abgehandelt, ... (Der Präsident bittet die Rednerin, zum Schluss zu kommen. / Le président demande à l’oratrice de conclure.) ... und darum braucht es eine Klärung und Richtigstellung. Danke, dass Sie die Motion überweisen.