Beat Kohler · GRÜNE

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Grosser Rat (BE)01.12.2022
Beat Kohler, Meiringen (Grüne), Mitmotionär. Ich vertrete hier Moussia von Wattenwyl, die heute Morgen auf dem Mont-Soleil ist und dort hoffentlich einen Platz an der Sonne hat, und halte ihr Votum.

In dieser Motion geht es darum, dass der Kanton Bern und damit alle seine Gemeinden eine CO₂-Bilanz erhalten sollen. Bilanzen von Treibhausgas-Emissionen sind eine wichtige Grundlage für die Klima- und Energiepolitik des Kantons und auch für die der Gemeinden. Die Bilanzen werden beispielsweise in den regionalen Energie- und Klimaplanungen verwendet. Die Energiebilanz des Berner Jura wird zurzeit unter die Lupe genommen mit dem Ziel, eine vom Bund anerkannte Energieregion zu werden, vielleicht die erste im Kanton Bern.

Lord Kelvin hat einmal gesagt: «If you can’t measure it, you can’t improve it.» Wenn du es nicht messen kannst, dann kannst du es nicht verbessern. William Thomson, eben besser bekannt als Lord Kelvin, war ein britischer Physiker, der mit seinen Arbeiten zur Thermodynamik bekannt wurde. Er wurde vor allem bekannt für die Einführung des absoluten Nullpunkts, der absoluten Abwesenheit von thermischen Bewegungen. Er hat auch das lineare Verhältnis von thermischen Bewegungen und dem Druck im Gas entdeckt. Er hat uns seinen Namen hinterlassen mit der sogenannten Kelvin-Temperaturskala.

Aber zurück zum Vorstoss. Alle Argumente, die für ein Erstellen von CO₂-Bilanzen sprechen, finden sich in der Antwort der Regierung wieder. Dafür möchte ich mich bedanken. Die Bilanzen ermöglichen die Planung und die Umsetzung von gezielten Massnahmen. Da die Situation von Gemeinde zu Gemeinde sehr unterschiedlich ist, ist es sinnvoll, für jede einzelne Gemeinde eine individuelle Bilanz zu erstellen, um wirksame Massnahmen ergreifen zu können.

Es gibt ein Projekt, das bereits vorliegt, und das heisst «Klimametrik Kanton Bern». Das östliche Berner Oberland wurde für die Pilotphase ausgewählt und danach sollen die Bilanzen für den ganzen Kanton im Allgemeinen erstellt werden. Dies wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, ist aber – wie bereits erwähnt – sehr essenziell, um künftig gezielte Massnahmen ergreifen zu können. Die Ergebnisse und die Berechnungsmethoden sind plausibel.

Hier ein kleiner Exkurs: Diese Resultate wurden uns als interessierte Kreise im östlichen Berner Oberland im Rahmen des Projekts «CO₂-neutrale Tourismusregion Oberland-Ost» vorgestellt, sie sind tatsächlich sehr plausibel und auch spannend. Für einzelne Gemeindevertreter war es doch sehr überraschend, wie die CO₂-Emissionen in ihrer Gemeinde verteilt sind. Das gibt sicher gute Einblicke für die Planung.

Die Ergebnisse werden in Tonnen CO₂-Äquivalent über ein Jahr pro Gemeinde und pro Person in der Gemeinde in acht Rubriken dargestellt, darunter unter anderem Mobilität, Wärmeerzeugung, Industrie, Landwirtschaft, und so weiter. Diese Daten werden erhoben, und die Motion verlangt jetzt, dass sie den Gemeinden entsprechend aufgearbeitet zur Verfügung gestellt werden. Es gibt keine Mehrarbeit für das Amt für Umwelt und Energie (AUE) und auch keine zusätzlichen Kosten, weil die Ausgaben für die Klimametrik bereits im Budget enthalten sind.

Man könnte eine solche CO₂-Bilanz mit einem Gesundheitscheck vergleichen, den man ja ab einem gewissen Alter auch macht. Je nach Ergebnis des Gesundheitschecks ergreift man dann für sich auch entsprechende Massnahmen. Wenn wir keine Bilanz haben, bedeutet das, blind zu fliegen und den Kopf in den Sand zu stecken. Es gibt also keinen Grund, diesen Antrag abzulehnen. Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.

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Institution
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