Michael Hoekstra · Grünliberale
Präsident: Der Prüfungsbericht ist abgelehnt.
Ich möchte die Sitzung für heute abschliessen mit meinen offiziellen Worten zu meinem Präsidialjahr, bevor wir nachher zusammen in den Bus steigen. Sie kennen mich, ich verzichte auf grosse Reden. Es ist eine kurze Rede, aber im Vergleich zum Beginn, an der ersten Sitzung, als ich übernommen habe, ist es doch ein Fortschritt, weil dort habe ich meine Rede - glaube ich – komplett vergessen im Rat.
Ich bin angetreten, das habt ihr in der Zeitung lesen können, um den Pendenzenberg zu reduzieren. Sie als Stadtrat haben mir ein starkes Tool dafür gegeben, nämlich die Anpassung des GRSR auf Anfang Jahr. Wir sind am 12. 1. 2023 im Rat mit einem Pendenzenberg von 387 traktandierungsbereiten Vorstössen gestartet. Wir sind – noch nicht bereinigt mit dem, was wir heute nicht geschafft haben –, beim ungefähren Stand heute noch bei 170 Vorstössen. Das ist ein Minus von über 56%, das wir abgebaut haben. Ich finde das wirklich ein sensationelles Ergebnis und ich hoffe sehr, dass es dem Rat gelingt, dranzubleiben, so dass wir den weiteren Abbau schaffen. Der weitere Abbau bedeutet weniger Pendenzen. Weniger Pendenzen heisst mehr Zeit, mehr Zeit für einzelne Themen, mit denen wir uns wirklich vertieft auseinandersetzen können. Und vertieft heisst, man hat nämlich als einzelnes Ratsmitglied auch mehr Zeit, um sich vorbereiten. Allenfalls wird auch der Gesamtaufwand, um sich vorbereiten auf eine solche Sitzung kleiner. Oder vielleicht ist es sogar -das ist Wunschdenken – sogar möglich, irgendeinmal weniger Sitzungen zu machen im Jahr, weil es einfach nicht mehr so viele Pendenzen gibt. Und dann wäre das ja ein starker Erfolg. Und vielleicht ist dann das ganze Amt ein bisschen besser zu vereinbaren mit dem ganzen Privat- und Berufsleben – gerade jetzt im Hinblick auf eben die vielen Rücktritte, die wir jetzt heute wieder zu vermelden haben. Ich möchte aber betonen, und das ist mir wichtig, das ist nicht mein Erfolg. Das bin nicht ich als Präsident, der dasitzt und das durchgeprügelt hat. Im Gegenteil, das ist das Resultat von euch. Das ist das Resultat von uns als Rat, zu dem alle in diesem Saal beigetragen haben. Viele in diesem Saal haben sich nämlich angepasst in diesem Jahr, das ist spürbar gewesen. Sie haben sich reduziert auf kurze prägnante Reden und haben sich beschränkt auf eine Botschaft. Gefühlt – das ist nicht objektiv, es ist subjektiv – habe ich das Gefühl, dass die Voten von euch allgemein kürzer geworden sind. Teilweise oder eben immer häufiger ist auch nur noch geredet worden, wenn es effektiv etwas zu reden gegeben hat; auch das ist mir aufgefallen in diesem Jahr.
Ich möchte dafür auch den Kommissionen ganz herzlich danken. Gewisse Kommissionen haben sich beschränkt. Sie haben sich beschränkt auf Diskussionspunkte, die in den Kommissionen besprochen worden sind. Sie haben darauf verzichtet, dass wir das ganze Geschäft noch einmal – ich will nicht sagen: wiederkauten – aber, dass man im Prinzip noch einmal die ganzen Informationen, die eigentlich schon öffentlich einsehbar, einlesbar sind, noch einmal aufbereitet hat. Vielmehr hat man sich eigentlich nur auf die spannenden Inhalte aus der Diskussion in den Kommissionen beschränkt. Auch dafür herzlichen Dank. Und es hat sogar Geschäfte gegeben – und das ist auch häufiger gewesen in diesem Jahr, auch hierfür herzlichen Dank an alle fürs Mitmachen –, die sind so unbestritten gewesen, dass wir sie in einer knappen Minute abhandeln konnten, ohne Diskussionsbedarf und ohne, dass man darüber hat streiten oder abstimmen müssen. Ich glaube, und das ist meine persönliche Meinung, es ist einer der grössten Ritterschläge oder Vertrauensbeweise, die man so einem Geschäft entgegenbringen kann oder der Verwaltung, die das Geschäft vorbereitet hat, wenn das Geschäft echt diskussionslos durch den Rat flutscht, wenn man darüber eigentlich nicht mehr diskutiert, sondern es einfach so durchwinkt. Ich glaube, das ist ein starkes Zeichen des Rates an so einen Vorstoss. Es ist keine Respektlosigkeit, wenn man nicht über etwas redet. Ich danke darum all denen, die sich dem Thema "Pendenzenberg" angenommen haben und mitgeholfen haben, mit ihrer Anpassung der Arbeitsweise, den Pendenzenberg reduzieren zu können.
Ich freue mich darum, jetzt mit euch zusammen den Abschluss in Bümpliz zu feiern. Wobei - jetzt muss ich trotzdem noch eine spezifische Sache loswerden. Das ist mir wichtig und ich weiss, das ist etwas, das ... Doch, es ist mir wichtig, dass wir das hier in Form protokolliert abschliessen können: Ich möchte einem Team und spezifisch einer Person herzlich danken in diesem Jahr. Es ist im Rat nicht offensichtlich, aber was das Ratssekretariat im Hintergrund macht, was wir alles nicht spüren, sondern was einfach im Hintergrund funktioniert, ist, wenn man das einmal sieht als Präsident, eine starke Leistung, eine ausserordentliche Leistung. Es hat massive Probleme, also nicht Probleme, sondern massive Kapazitätsengpässe gegeben im zweiten Halbjahr. Ich weiss nicht, wie viel ihr davon mitbekommen habt. Ich habe das Gefühl, man hat nichts davon gespürt. Und das ist auch ein Zeichen, dass die funktionieren und einander aushelfen, und dass da einfach eine Maschine im Hintergrund ist, die funktioniert. Ich werde morgen – da haben wir noch Bürositzung - allen persönlich Danke sagen. Aber jetzt, stellvertretend in diesem Ratssaal, ein ganz grosses herzliches Dankeschön an Nadja Bischoff für die sensationelle Arbeit. Merci vielmals für dieses Jahr mit dir zusammen.
Applaus im Saal.
Sie steht nicht gerne im Vordergrund, darum ist es wichtig gewesen, dass ich das hier mache. Wie gesagt, allen Ratsmitgliedern herzlichen Dank. Ich tue mich nachher noch persönlich bedanken. Ich wünsche jetzt allen eine schöne Feier und schöne Festtage. Und an alle, die noch mitkommen, wie gesagt: Um 19.15 Uhr hinter dem Gebäude draussen wäre die Abfahrt. Merci vielmals. Einen schönen Abend miteinander.
Nochmaliger Applaus.