Finanzielle Allgemeinbildung
(KA 12182)- Typ
- Kleine Anfragen
- Parlament
- Liechtenstein
- Nummer
- KA 12182
- Beginn
- 21.03.2012
- Amtliche Quelle
- Offizielles Profil
- Externe ID
- 12182
- Beantwortet
- Eingereicht
- Antwort vom 23. März 201223. März 2012
Zu Frage 1:
Seitens der Regierung, des Schulamtes und der Schule wird dem Thema entsprechende Bedeutung zugemessen. Das zeigt sich einerseits in den Lehrplänen, wie nachstehend ausgeführt wird, aber auch in einem Pilotprojekt, welches das Amt für Soziale Dienste in Zusammenwirken mit dem Schulamt und der Realschule Triesen derzeit vorbereitet und gegen Ende des laufenden Schuljahrs erstmals umgesetzt wird.
Zu Frage 2:
Der Lehrplan FL geht im Fachbereich Mensch und Umwelt im Teilbereich Lebenskunde auf die obgenannte Thematik ein.
Bei den Hinweisen ist u.a. vermerkt:
Neben den lebenskundlichen Inhalten im engeren Sinne umfasst der Teilbereich Lebenskunde die Berufswahlvorbereitung, Aspekte der Ökonomie und die kritische Auseinandersetzung mit Medien.Im Lernbereich Wirtschaft wird auf das wirtschaftliche Handeln explizit eingegangen. Das entsprechende Richtziel ist wie folgt formuliert:
Die Schülerinnen und Schüler erwerben Kenntnisse über die Wechselwirkung zwischen ökonomischen, ökologischen, technologischen und sozialen Gegebenheiten und setzen sich mit verschiedenen Problemstellungen in diesen Bereichen kritisch auseinander. Sie wenden das Wissen in Alltagssituationen an und reflektieren ihr eigenes wirtschaftliches Handeln.
Diese Thematik zieht sich, anhand von Grobzielen sichtbar, vom Kindergarten hoch bis in die 4. Stufe der Sekundarschule.
So wird schon im Kindergarten am Grobziel „Grundlegende Zusammenhänge zwischen Arbeitsleistung, Geld und Konsum erfahren“ gearbeitet, z.B. mit dem Besuch eines Bauernhofes. In höheren Stufen wird an weiteren Lernzielen, wie z.B. „Das eigene wirtschaftliche Handeln planen, Konsequenzen abschätzen und sich im Alltag entsprechend verhalten“, gearbeitet.
Auch im Fachbereich Mathematik werden wirtschaftliche Berechnungen angestellt und zwar bezüglich folgenden Themen: Devisenkurse, Rabatte, Abgaben, Zinsen, Zinseszinsen, Schulden, Hypotheken etc.
Zu Frage 3:
Lehrmittel zur genannten Thematik sind reichlich vorhanden und werden in den Schulen eingesetzt. Sie können auch in der Didaktischen Medienstelle (DMS) ausgeliehen werden.
- Frage vom 21. März 201221. März 2012
Kinder und Jugendliche müssen lernen, einen verantwortungsvollen und umsichtigen Umgang mit Geld zu pflegen. Dies liegt im Interesse unserer Gesellschaft, der Wirtschaft und vor allem der Eltern, welche die Hauptverantwortung für die Erziehung ihrer Kinder tragen.
Auch die Schule kann einen wichtigen Beitrag zur Finanzkompetenz von Kindern und Jugendlichen leisten.
- Wurde dieses Thema „finanzielle Allgemeinbildung“ seitens der Bildung aufgegriffen?
- Und werden Themen wie:
•Kenntnisse der Gefahren des elektronischen Geldes (Schuldenfalle), Fähigkeiten um einfache Risiko-Rendite-Abwägungen vorzunehmen
•Kompetenzen, sich Informationsmaterial über gängige Finanzprodukte zu verschaffen
•Einfache Bankgeschäfte, unter anderem Online-Banking eigenständig durchzuführen sowie
•Kenntnisse über unser Vorsorgesystem in den Lehrplan aufgenommen? - Sind bei uns Lehrmittel, die Lernziele - wie oben beispielhaft aufgezeigt - vorhanden?
Diese Themen sind meines Erachtens relevant und bin der Ansicht, dass eine erfolgreiche Integration von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ins Berufsleben und Gesellschaft heute nicht mehr ohne grundlegende Kenntnisse, Fertigkeiten und Haltungen im Umgang mit Finanzen und Geld, gelingt.
Daten: OpenParlData · CC BY 4.0