Keine Uebereguliereung durch die Ablösung der SIA-Normen durch die Eurocodes der zweiten Generation
(26.4369)- Typ
- Motion
- Status
- Eingereicht
- Parlament
- Schweiz
- Nummer
- 26.4369
- Beginn
- 30.09.2026
- Amtliche Quelle
- Offizielles Profil
- Externe ID
- 20264369
- Thomas BurgherrSchweizerische Volkspartei
- Nationalrat
- Eingereicht
- Titel des GeschäftesKeine Uebereguliereung durch die Ablösung der SIA-Normen durch die Eurocodes der zweiten Generation
- Eingereichter Text
Der Bundesrat wird aufgefordert, sich gegen die Ablösung der SIA-Normen durch die Eurocodes der zweiten Generation einzusetzen und diese neuen Normen von staatlicher Seite her nicht zu akzeptieren. Insbesondere soll die Überregulierung durch die Eurocodes verhindert werden.
- Begründung
Es gibt Bestrebungen in der SIA, die Normen an die Eurocodes der zweiten Generation anzupassen. Da die SIA-Normen auf unterschiedlichen Wegen quasi-gesetzlichen Charakter haben, weil sie in Verträgen vereinbart oder durch Gesetze und Verordnungen als anerkannte Regeln der Baukunde referenziert werden, ist dieses Thema auch staatspolitische relevant. Verstösse gegen diese Regeln können erhebliche Haftungs- und Schadenersatzfolgen nach sich ziehen.
Am Beispiel der Norm SIA 262 Betonbau zeigt sich die Problematik besonders deutlich. Während die heutige SIA 262 rund 112 Seiten umfasst, wird der entsprechende Eurocode mit nationalem Anhang voraussichtlich etwa 450 Seiten umfassen. Dies entspricht einer Vervierfachung des Regelwerks. Der Unterschied besteht darin, dass die Eurocodes möglichst viele Fälle umschreiben und einen hohen Detaillierungsgrad haben, anstatt dass der Ingenieur noch denken und beurteilen muss. Die bisherigen SIA-Normen sind vergleichsweise kompakt und prinzipienorientiert, während die EU-Normen immer möglichst ausführlich und regelorientiert sind. Unsere Regeln sind heute noch Schweiz-spezifisch. Die EU-Regeln hingegen harmonisieren einen Raum von Lappland bis Zypern.
Die blinde Übernahme der Eurocodes bedeutet nicht nur eine Erhöhung der Planungs- und Baukosten. Das Regelwerk wird unübersichtlicher und schwächt die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Bauwirtschaft durch Überregulierung. Grosse Firmen werden gegenüber den KMU bevorteilt, weil sie durch den Einsatz von zahlreichen Spezialisten und Juristen die Überregulierung besser handhaben können. Das ist eine Entwicklung, die wir dringend verhindern müssen. Das Sicherheitsniveau ist heute in der Schweiz vergleichbar, wenn nicht höher, als im Rest
Daten: OpenParlData · CC BY 4.0