Welche Rolle spielt die Ressource Wasser für die Sicherheitspolitik der Schweiz?
(26.3981)- Typ
- Interpellation
- Status
- Eingereicht
- Parlament
- Schweiz
- Nummer
- 26.3981
- Beginn
- 19.06.2026
- Amtliche Quelle
- Offizielles Profil
- Externe ID
- 20263981
- Clarence CholletDie Grünen
- Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport
- Nationalrat
- Eingereicht
- Titel des GeschäftesWelche Rolle spielt die Ressource Wasser für die Sicherheitspolitik der Schweiz?
- Eingereichter Text
In seiner Antwort auf die Interpellation 24.3695 hält der Bundesrat fest, er verfolge bei der Ausarbeitung der sicherheitspolitischen Strategie einen ganzheitlichen Ansatz. Er «anerkennt die Bedeutung der Wechselwirkung zwischen Klimawandel und Sicherheit» und wird «auch auf Auswirkungen des Klimawandels eingehen».
Der Klimawandel und die zunehmende Belastung des Trinkwassers bergen ebenfalls Risiken für die nationale Sicherheit. 80 Prozent des Trinkwassers stammen aus dem Grundwasser, das durch die Folgen des Klimawandels zunehmend gefährdet ist: Anstieg der Wassertemperatur, Starkniederschläge und Trockenperioden. Der Klimawandel beeinträchtigt auch die Biodiversität und damit Ökosystemleistungen wie die Wasserfiltration und den Schadstoffabbau, was sich negativ auf die Trinkwasserqualität auswirkt.
Ob Nitrate, S-Metolachlor oder Abbauprodukte von Chlorothalonil: Schadstoffe sind für die Trinkwasserqualität zunehmend problematisch. Ein aktuelles Beispiel ist die Ewigkeitschemikalie Trifluoressigsäure (TFA), welche die Gewässer grossflächig belastet, insbesondere in Ackerbaugebieten. Wegen ihrer Toxizität für die menschliche Gesundheit dürfte TFA für die Gewässerqualität bald als «relevant» eingestuft werden.
Im Rahmen der Legislaturplanung 2023–2027 wurde der Bundesrat beauftragt, eine Strategie mit dem Titel «Wassermanagement – Trockenperioden, Starkniederschläge, Qualität der Wasserversorgung, Schutz der Wasserlebensräume» zu verabschieden.
Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:
- Sind die Auswirkungen des Klimawandels auf die Trinkwasserversorgung von Gesellschaft, Wirtschaft und Natur Bestandteil der sicherheitspolitischen Strategie der Schweiz? Wenn ja, was sind die Schwerpunkte? Wenn nein, warum nicht?
- Warum sind die Auswirkungen der zunehmenden Belastung des Grundwassers durch problematische Stoffe (einschliesslich Mikroplastik) nicht ausdrücklich Teil der sicherheitspolitischen Strategie?
- Thematisieren die sicherheitspolitischen Strategien anderer europäischer Länder die nachhaltige Wasserversorgung? Wenn ja, die Strategien welcher Länder und was sind die Schwerpunkte?
- Wie weit ist die Strategie Wassermanagement und wann wird sie veröffentlicht?
Daten: OpenParlData · CC BY 4.0