Vertrauenswürdige KI durch qualitativ hochstehende Datensätze stärken
(25.3293)- Abstimmung
- RedetextAlbert Rösti(Schweizerische Volkspartei)Schweiz
Das Postulat beauftragt den Bundesrat, Massnahmen zu prüfen - erst zu prüfen -, mit denen der Aufbau von qualitativ und quantitativ hochstehenden Trainingsdatensätzen für KI-Modelle unterstützt werden kann. Zudem soll der Zugang zu diesen Datensätzen für Forschung und Wirtschaft erleichtert werden.
Hier geht es natürlich nur um die staatlichen Daten, meine privaten Daten werden kaum eingeschlossen sein. Es geht um den Aufbau dieser Datensätze. Der Bundesrat ist der Auffassung, dass man diesen Bericht erstellen kann. Qualitativ hochwertige Trainingsdatensätze sind eine wichtige Grundlage für die Entwicklung von fairen, diskriminierungsfreien und vertrauenswürdigen KI-Systemen in der Schweiz. Je besser die Daten sind, desto höher ist die Wirkung und Vertrauenswürdigkeit von KI. Es geht hier nicht um eine Zensur, sondern wirklich um die Trainingsdatensätze, um diese Modelle zu testen.
Das vorliegende Postulat bietet die Möglichkeit, konkrete Handlungsempfehlungen zu erarbeiten und die notwendigen Grundlagen für den Aufbau von wirkungsvollen KI-Modellen zu schaffen.
Aus diesen Gründen beantragt Ihnen der Bundesrat Annahme des Postulates.
- RedetextErich Hess(Schweizerische Volkspartei)Schweiz
Verlässlich und fair soll die KI sein, hat Frau Nationalrätin Christ gesagt, und die Leute sollen der KI vertrauen. Ich bin haargenau gleicher Meinung wie Frau Nationalrätin Christ - aber der Staat schafft hier nicht mehr Vertrauen. Der Staat kann seine Daten durchaus zur Verfügung stellen, das ist kein Problem, das macht er ja heute bereits mit all den veröffentlichten Daten, auf die alle Zugriff haben. Aber wir dürfen nicht speziellen Firmen oder nur einzelnen Firmen gewisse Daten zur Verfügung stellen, die den anderen allenfalls nicht zur Verfügung stehen, denn das ergibt eine Marktverzerrung, die wir in einer fairen Marktwirtschaft nicht akzeptieren dürfen.
Der Staat und die Forschung sollen ihre Daten den KI-Modellen zur Verfügung stellen, aber das braucht nicht unser Rat und auch nicht der Bundesrat zu regeln. Die KI-Firmen können bei den entsprechenden Forschungsgesellschaften selber beantragen, dass diese die Informationen, die sie haben wollen, herausgeben. Die Forschungsgesellschaften geben die Informationen dann raus oder nicht, aber das braucht nicht der Staat zu regeln.
Wenn wir hier etwas regeln, sind wir sowieso immer zu spät. Heute beschliessen wir ein Postulat, irgendwann wird der Bundesrat eine Antwort verfassen und versuchen, etwas zu unternehmen. Dann werden wieder zwei oder drei Jahre ins Land gezogen sein - und Sie wissen, wie schnell die Entwicklung der KI ist. Die ist morgen schon anders als heute, und deshalb lassen wir hier lieber dem freien Markt den Lauf. Schlussendlich können wir nicht eine Zensurbehörde sein und festlegen, was richtig und was falsch ist.
Wir können unsere Informationen teilweise einfach zur Verfügung stellen. Aber es ist wichtig, auch bei der KI die Meinungsäusserungsfreiheit gelten zu lassen und nicht, wie die Postulantin es wünscht, gewisse Dinge aus der KI verschwinden zu lassen, weil es rassistisch, sexistisch und diskriminierend sei. Was ist rassistisch, sexistisch und diskriminierend? Das sind keine gesetzlichen Begriffe. Etwas ist nicht verboten, solange es nicht gegen das Strafgesetzbuch verstösst. Deshalb bin ich der Meinung: freie KI ohne Staat.
- Redetext
- RedetextKatja Christ(Grünliberale Partei)Schweiz
Alle reden über Chancen und Risiken der künstlichen Intelligenz, doch eine einfache Wahrheit gerät oft aus dem Blick: KI ist nur so gut wie die Daten, mit denen sie trainiert wird. Wenn wir Vertrauen schaffen wollen, müssen wir dort ansetzen, wo Qualität entsteht: bei nachvollziehbaren, repräsentativen und zugänglichen Datensätzen. Darum geht es in meinem Postulat.
Die Bevölkerung wird KI nur vertrauen, wenn klar ist, worauf sie basiert. Intransparentes Datensammeln und verzerrte Datensätze gefährden die Akzeptanz und damit unsere Zukunftsfähigkeit. Qualität und Nachvollziehbarkeit der Trainingsdaten sind deshalb kein "nice to have", sondern eine Grundvoraussetzung verantwortungsvoller Digitalisierung.
Heute greifen Forschung und Unternehmen häufig auf Datensätze zurück, die Lücken haben oder einzelne Gruppen [PAGE 458] unterrepräsentieren - nicht aus Absicht, sondern weil bessere Daten fehlen. Solche Verzerrungen können zu diskriminierenden Ergebnissen führen, etwa bei Bewerbungen, Kreditvergaben oder medizinischen Anwendungen. Qualitätsgesicherte Datensammlungen helfen, genau diese Risiken zu minimieren.
Insbesondere für Start-ups und KMU sind hochwertige Daten oft die grösste Hürde, häufig gewichtiger als Rechenleistung. Wenn wir hier koordinieren und Anreize setzen, entsteht ein echter Wettbewerbsvorteil. Forschung, Wirtschaft und Verwaltung profitieren gleichzeitig, Innovation wird breiter möglich.
Wir haben in der Schweiz bereits ein Fundament: Open Government Data und die Plattform opendata.swiss. Das ist wichtig für die Transparenz staatlicher Informationen. Für KI-Trainingsdaten reicht das jedoch nicht aus. Wir brauchen darüber hinaus kuratierte, qualitätsgesicherte und vielfältige Datensätze, mit klaren Standards und transparenter Dokumentation. Kurz: Der nächste Schritt ist der Weg von "offen" zu "offen und qualitätsgesichert".
Ein aktuelles Beispiel zeigt, wohin die Reise gehen kann: Apertus, ein in der Schweiz entwickeltes offenes Sprachmodell, steht für Transparenz von Architektur, Gewichten und Datengrundlagen. Das ist ein Meilenstein verglichen mit vielen internationalen Modellen, deren Trainingsdaten wir vermutlich nie zu Gesicht bekommen werden. Ausruhen dürfen wir uns auf diesem Erfolg aber nicht. Um mit grossen KI-Modellen mitzuhalten, braucht es Strukturen für die Sammlung qualitativ hochwertiger Daten, die offen verfügbar sind, unterstützt durch Audits, Benchmarks und kontinuierliche Qualitätsprüfungen.
Genau hier setzt mein Postulat an. Es will klären, wie Staat, Forschung und Wirtschaft gemeinsam Standards, Koordination und Anreize schaffen können. Ich weiss, was Kritiker sagen werden: zu teuer, nicht Staatsaufgabe, der Markt regelt das. Aber nicht handeln ist teurer. Verzerrte Systeme verursachen Folgekosten, Rechtsrisiken und Vertrauensverlust. Es geht auch nicht um Verstaatlichung. Der Bund soll koordinieren, Standards setzen und Anreize schaffen. Die Daten selbst kommen aus Forschung, Wirtschaft und Verwaltung. Der Markt allein schafft keine "public good infrastructure". Offene, qualitätsgesicherte Datensätze sind ein klassisches Kollektivgut. Ohne Koordination entsteht ein Flickenteppich, von dem vor allem grosse Konzerne profitieren.
Mein Postulat schreibt keine Lösung vor. Es beauftragt den Bundesrat, zu prüfen, wie qualitativ hochwertige Datensätze aufgebaut, zugänglich gemacht und langfristig gesichert werden können, mit klaren Rollen, Standards und Anreizen. Das ist vorausschauend, verantwortungsvoll und eine kluge Investition in Vertrauen, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit.
Wir möchten doch, dass KI in der Schweiz verlässlich, fair und menschzentriert funktioniert. Wir möchten unseren mehrsprachigen und vielfältigen Kontext als Stärke nutzen und Wirtschaft und Forschung den Zugang zu Qualität ermöglichen.
Bitte unterstützen Sie das Postulat, wie das auch der Bundesrat tut.
- RedeRedeSchweiz
Bekämpft - Combattu [GZ]
(Hess Erich) [GZ]
[VS][GZ]
Verschoben - Renvoyé
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